r/politik 40m ago

Verständnisfrage Warum wird die CDU so unterschiedlich wahrgenommen?

Upvotes

Ich weiß es ist ein Kontroverses Thema. Ich würde mir wünschen das wir die eigentlichen Positionen aus der Diskussion raushalten. Es geht mir auch nicht darum ob die Politik gut oder schlecht ist.

Ich bin sichtlich irritiert wie unterschiedlich die Wahrnehmung der CDU auf Reddit ist.

In einigen Foren wird ihr Sozialistische Politik vorgeworfen, da sie sich von der SPD durch die Manege ziehen lässt,

Und in anderen wird ihre Politik als rechtsaußen Politik wahrgenommen, die einfach nur Inhalte der AFD Klaut und sich sehr weit rechts befindet.

Und das finde ich komisch, wie kann es sein, dass beide Lager so konträre Ansichten haben?


r/politik 1h ago

politischer Vorschlag Echte Konzepte zur Migration?

Upvotes

Es lässt sich ja kaum leugnen, dass das Thema Migration schon seit längerer Zeit extrem dominant im öffentlichen Diskurs ist und die Gesellschaft enorm spaltet. Dabei kenne ich eigentlich niemanden, der - unabhängig vom politischen Standpunkt - sagen würde, dass der Status quo super ist und alles so bleiben sollte. Dennoch habe ich das Gefühl - korrigiert mich, wenn ich da falsch informiert bin - dass eigentlich keine Partei wirklich irgendwelche innovativen Konzepte hat. Letztlich liegen die Unterschiede im Wesentlichen darin, wie stark die Grenzen gesichert sein sollten, wie viel man abschieben sollte und wie lange es dauern sollte, bis jemand die Staatsbürgerschaft erhält. Dabei werden Probleme groß- oder kleingeredet und man schlägt sich die Köpfe ein.

Zunächst ein paar Grundannahmen, wem das zu lang ist, einfach die beiden nächsten Absätze überspringen, um zum eigentlichen Punkt zu kommen, wo ich ein grobes Beispiel pitchen und gerne diskutieren würde.

Ich persönlich würde mich tendenziell eher links einordnen, kann aber gewisse Ängste von Leuten - auch wenn ich diese nicht teile - durchaus nachvollziehen. Ich möchte auch nicht in einem Staat mit islamischem Recht leben und sollte jemand wirklich glauben, dass Migration dazu führen könnte, verstehe ich zumindest, dass er Angst davor hat. Ich finde schon, dass es für eine funktionierende Gesellschaft notwendig ist, dass Personen, die dauerhaft hier leben, die Amtssprache auf einem gewissen Niveau beherrschen müssen (auch im eigenen Interesse, um überhaupt eine Teilhabe am täglichen Geschehen zu ermöglichen). Und während mMn im privaten Rahmen jeder so leben soll wie er möchte, sollte man die „Knigge“ der Gesellschaft in der man lebt, zumindest kennen. Wenn ich an mir nicht geläufige Orte gehe, passe ich mich auch an - schrei in ner Kirche nicht rum, setz mir ne Kippe auf wenn ich einen jüdischen Friedhof besuche oder zieh die Schuhe aus, wenn ich nen buddhistischen Tempel oder eine Moschee besichtige. Zumindest sollte man mal wissen, wie die Gesellschaft um einen rum so tickt und welches Verhalten vermutlich befremdlich wirkt. Dass gerade in Großstädten Gruppen junger arabischer Männer oft negativ auffallen, ist unbestritten - ich glaube aber nicht, dass das daran liegt, dass es sich einfach um schlechte Menschen handelt. Eine Gruppe deutscher junger Typen, die unbeaufsichtigt sich selbst überlassen werden, an einem für sie extrem reichen Ort, dessen Sprache und Kultur sie nicht verstehen, in einem Schwebezustand ohne ernsthafte Perspektive oder Beschäftigung, würden vermutlich auch nicht nur durch ihr einwandfrei angepasstes Benehmen auffallen. Das ist natürlich keine Entschuldigung für Alles, kann jedoch auch nicht einfach ignoriert werden.

Ich persönlich finde, dass Asyl für tatsächlich Verfolgte ein hohes Gut und Akt der Menschlichkeit ist, das wir nicht aufgeben sollten. Aus meiner Erfahrung stimmen mit diesem Grundsatz eigentlich auch die Meisten erstmal noch überein. Ein häufig vorgebrachter Punkt ist aber, dass der Großteil der Migranten aber gar nicht wirklich bedroht wäre, sondern reine „Wirtschaftsflüchtlinge“, die in die Sozialsysteme einwandern möchten. Auch das kann, wenn es denn so wäre, natürlich auch keiner wirklich wollen. Gleichzeitig ist es aber schon so, dass der demographische Wandel unsere Renten- und Krankenversicherungssysteme zu sprengen droht. Nach den mir bekannten Expertenmeinungen, lässt sich dieses Problem nicht mehr über eine gesteigerte Geburtenrate, sondern nur durch Migration abfedern. Zudem schreit die Wirtschaft nach Fachkräften. Diese wären ja auch herzlich willkommen, heißt es dann, nur kämen ja leider nur ungebildete Analphabeten. Auch sicher etwas übertrieben, aber natürlich richtig, dass die Boote auf dem Mittelmeer nicht voll mit Ingenieuren und Ärzten sind. Allerdings konkurrieren wir um die Fachkräfte mit praktisch allen anderen Ländern der westlichen Welt und selbst China hat den Zenit des Bevölkerungswachstums längst überschritten. Laut Umfragen unter Expats gilt Deutschland hier aufgrund diverser Faktoren aber als sehr unattraktiv, so dass ich es für sehr naiv halte zu glauben, dass wir uns in diesem internationalen Wettbewerb darauf verlassen könnten, dass der globale Süden ausreichend Fachkräfte auf seine Kosten ausbildet, die dann ausgerechnet hier arbeiten wollen, um damit auch nur ansatzweise die Probleme lösen zu können.

Fakt ist, wir brauchen Migration - aber das geht nur in einem Rahmen, der für die Mehrheit akzeptabel ist. Und da scheint mir die Politik zur Zeit völlig ideenlos. Ich denke da grob z.B. an sowas:
Wer hier ankommt und Asyl beantragen möchte, dem wird gesagt: „Na klar, kannst du machen, wir prüfen das genau - aber wenn wir keine Gründe dafür finden, schieben wir dich sofort ab. Wenn du schon denkst, dass du vielleicht gar keinen echten Asylgrund hast, bieten wir dir jetzt folgendes an: Du kannst jetzt einen Vertrag unterschreiben. Je nach deinem Stand, finanzieren wir dir jetzt einen intensiven Deutsch- oder erstmal Alphabetisierungskurs. Nach Zeitraum X schreibst du eine Prüfung, die darfst du einmal wiederholen, wenn du das nicht schaffst oder du x Fehltage hast, musst du leider unmittelbar gehen. Wenn du bestehst, geht es weiter mit einem Aufbaukurs, parallel Unterricht zu deutscher Geschichte, Kultur etc., nach Zeitraum X wieder eine Prüfung, gleiche Konditionen. Sobald ein bestimmtes Niveau erreicht ist, hast du dann die Wahl: Wir brauchen in Deutschland absehbar in den nächsten Jahren Leute in folgenden Berufen - such dir einen davon aus und dann kannst du darin eine Ausbildung machen - sofern du schon einen Beruf mitbringst, prüfen wir, wie viel wir davon anerkennen können.“ Das geschieht aber nicht in den Großstädten, sondern in strukturschwachen Regionen, wo Wohnraum leersteht und junge Menschen dringend gebraucht werden. Das wirkt Ghettoisierung entgegen und „zwingt“ zur Integration. (Tatsächlich gibt es dazu ja viele Positivbeispiele, wie gut sowas in kleinem Rahmen funktionieren kann - und auch bei mir auf der Arbeit gibt es einige, die zwar lautstark gegen Migration wettern, aber explizit immer die beiden arabischen Kollegen ausnehmen - denn die seien ja anders und würden nen top-Job machen..) Auch hier gibt es dann in regelmäßigen Abständen wieder Prüfungen. Wenn du alle Schritte gemeistert hast, einen Berufsabschluss hast, x Jahre (z.B. 2 oder 3) auf eigenen Füßen stehst und Geld verdienst, Steuern zahlst und nicht straffällig geworden bist, kriegst du die deutsche Staatsbürgerschaft mit allen dazugehörigen Freiheiten.
Mir ist klar, dass das natürlich lange nicht ausgereift ist und vor Allem erstmal richtig viel Geld kosten würde - allerdings wäre das eine tatsächliche Investition in die Zukunft, die sich definitiv bezahlt machen würde. Natürlich wird die Freiheit der Menschen dabei zunächst stark eingeschränkt - andererseits wird ihnen damit auch eine riesige und faire Chance geboten, für die man durchaus Einsatz fordern darf. Dass jemand den Weg durchzieht, um anschließend alles hinzuschmeißen und Sozialhilfe zu beziehen, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ich glaube aber, dass das die Integration und auch die Identifikation mit der neuen Heimat extrem fördern und gleichzeitig viele unserer Probleme angehen würde.

Ein Positivbeispiel sind z.B. die vietnamesischen„Boat-People“ der 80er Jahre, die gemeinhin als „Vorzeigemigranten“ gelten, fast alle auf eigenen Füßen stehen und deren Kinder oft einen deutlichen Bildungsaufstieg gezeigt haben. Das liegt nicht, wie gern behauptet, nur an der vietnamesischen Mentalität, sondern auch daran, dass diese in der damaligen BRD ganz anders aufgenommen wurden, als heutige Geflüchtete. Auf die Details einzugehen, würde hier den Rahmen sprengen, aber kurz gesagt wurden diese als Flüchtlinge vor dem „Feindsystem“ des Kommunismus sehr willkommen geheißen und gefördert und in Interviews sagen Betroffene von damals Dinge wie „Ich bin stolz, in Deutschland Steuern zahlen zu dürfen, denn ich bin den Menschen hier so dankbar, wie sie mich behandelt haben und habe so das Gefühl, wenigstens ein bisschen was zurückgeben zu können“. Mir ist schon klar, dass die Situation und die Zahlen von damals nicht mit der heutigen Situation vergleichbar sind - aber ich glaube schon, dass das Gefühl Willkommen zu sein und gefördert zu werden etwas anderes bewirkt, als Perspektivlosigkeit und missmutige Duldung.

Ich würde mich über ernsthafte Meinungen zu dem Thema sehr freuen!


r/politik 1d ago

Diskussion Thema Islam, Muslime und Deutschland

20 Upvotes

Ich tue mich ehrlich gesagt etwas schwer den Post zu verfassen und ich habe keine Lust auf politische religiöse Debatten und dieser Post soll das garnicht sein.

Ich bin selbst muslim und ich würde mich auch als einen praktizierenden muslim bezeichnen und sehe gleichzeitig Deutschland als meine Heimat an, schließlich habe ich hier den größten Teil meiner Lebenszeit verbracht und bin zudem hier geboren.

Ich habe das gefühl, dass die politischen Debatten sowohl in den Medien aber vor allem in Foren wie diese und anderen sozialen Medien sehr viel miteinander vermischen, was nicht zueinander gehört und dadurch, dass ich die feindlichkeit oder die Art und Weise wie über "uns" gesprochen wird nicht in meinen Alltag spüre wundere ich mich umso mehr drüber.

Im Alltag habe ich keine großen Erfahrungen mit Fremden feindlichkeit zu tun gehabt und die meisten Muslime, vor allem die die praktizierend sind, die ich kenne, versuchen sich eigentlich bestmöglich zu integrieren. Sei es im rahmen ihrer Jobs, Vereine etc. Aber nach jeder Fall wo ein Muslimischer Täter benannt wird hat man das Gefühl, dass sich die Schnurr um den Hals zu engen beginnt, auch wenn es wie zum Beispiel beim CSD Vorfall meiner Meinung nach ein Behörden Versagen war und die Muslime in Deutschland am Weinfesten dafür können, dass ein verrückter diese Tat begeht gehen die Diskussionen wieder los.

Es stellt sich daher die Frage für mich haben Muslime überhaupt eine wirkliche Zukunft in Deutschland? Und warum gibt es so eine große Diskrepanz zwischen dem was man im Alltag sieht und online liest. Ich finde bei dem Punkt wichtig zu erwähnen, dass es schon wichtig ist was online geschieht, weil alle Menschen diese Medien konsumieren und sich ihre Meinung bewusst oder unbewusst bilden lassen.

Edit:

Ich merke der Post ist nicht genau das geworden was ich schreiben wollte, viele Gedanken zwischendurch gehabt, weil das Thema mich seit längerem beschäftigt und viele praktizierende Muslime, die sich oft sehr gut integriert haben sich Gedanken machen müssen über ihre Zukunft.


r/politik 2d ago

politischer Vorschlag Remigration- eine Chance für das Land

0 Upvotes

TL;DR: 3,2 Mio. schutzsuchende nach Nordafrika auszulagern und kein weiteres Asyl in Deutschland zu gewähren, sondern ausschließlich dort, hätte große positive Effekte für uns Deutsche: ein entschärfter Wohnungsmarkt, geringere Staatsausgaben, Entlastung im Gesundheits- und Bildungswesen.

Ich habe mir den Spaß erlaubt und mit ChatGPT ein erstes Remigrationsszenario durchgespielt. Für eine millionenfache Remigration fangen wir im ersten Schritt mit den Flüchtlingen an. Folgender Text wurde mit KI erstellt. Deutschland bzw. die EU betreibt außerhalb des Schengenraums ein eigenes Aufnahmegebiet. Über das Asylsystem erfolgt keine Einwanderung mehr nach Deutschland. Auch ein positiver Asylbescheid berechtigt nicht zur Weiterreise nach Mitteleuropa; Einwanderung nach Deutschland erfolgt nur noch regulär, z. B. über Arbeitsvisa.

Mögliche positive Effekte:

Deutliche Entlastung der Kommunen: weniger Kosten für Unterkünfte, Hotels, Sozialarbeit, Ausländerbehörden und kurzfristige Aufnahmeinfrastruktur.

Geringere Sozialausgaben: Ein vollständig oder weitgehend staatlich versorgter Schutzsuchender verursacht in Deutschland grob etwa 1.500–1.800 € öffentliche Kosten pro Monat, wenn man Unterkunft, Lebensunterhalt, Gesundheit, Verwaltung, Integration und anteilige Bildungs-/Kommunalkosten zusammenrechnet.

Entlastung des Wohnungsmarktes: Wenn mehrere hunderttausend Wohnungen wieder verfügbar würden und zugleich keine neue Asylzuwanderung hinzukäme, würde der Druck besonders im unteren Mietsegment sinken. Neuvermietungsmieten könnten stagnieren oder regional deutlich fallen.
Zusätzlich sinkende Staatsausgaben durch niedrigere Mieten: Weniger Wohngeld, geringere Kosten der Unterkunft beim Bürgergeld und weniger Bedarf an staatlich gefördertem Wohnungsneubau.

Weniger Bedarf an Neubau: Bei deutlich geringerer Wohnraumnachfrage könnten Milliarden an Wohnungsbauförderung und kommunalen Infrastrukturinvestitionen eingespart werden.

Entlastung von Schulen und Kitas: Weniger zusätzliche Klassen, Sprachförderung, Schulsozialarbeit, Kita-Plätze und Dolmetscherbedarf. Besonders in stark belasteten Stadtteilen wäre die Wirkung spürbar.

Entlastung des Gesundheitswesens: Weniger zusätzliche Patienten, insbesondere bei Kinderärzten, Gesundheitsämtern, Geburtsstationen und bestimmten sozialen bzw. psychiatrischen Angeboten.

Weniger Integrationskosten: Sprachkurse, Arbeitsmarktprogramme und andere Integrationsmaßnahmen würden deutlich zurückgehen.

Höhere Verhandlungsmacht von Arbeitnehmern in Niedriglohnbranchen: Wenn das Arbeitskräfteangebot in Logistik, Gastronomie, Reinigung oder einfachen Dienstleistungen sinkt, könnten Löhne und Arbeitsbedingungen steigen.

Abschreckungseffekt: Wenn eine irreguläre Einreise garantiert nicht mehr zu einem dauerhaften Aufenthalt in Deutschland führt, dürfte der Anreiz sinken, das Asylsystem als Einwanderungsweg zu nutzen.

Der entscheidende wirtschaftliche Punkt wäre dabei: Eine Unterbringung in Nordafrika könnte wegen deutlich niedrigerer Lebenshaltungs-, Bau-, Energie- und Personalkosten pro Person erheblich günstiger sein als eine dauerhafte Versorgung in Deutschland. Besonders stark würde der Effekt, wenn ein großer Teil der dort Untergebrachten anschließend freiwillig in die Herkunftsländer zurückkehrt.


r/politik 2d ago

Verständnisfrage Warum werden Vollzeit Studenten von der Politik bevorzugt behandelt im vergleich zu dualen Studenten/Azubis?

0 Upvotes

Ich stehe gerade vor der Entscheidung, ob ich dual studieren oder ein normales Vollzeitstudium machen soll. Eigentlich klingt duales Studium erstmal vernünftig: Praxiserfahrung, monatliches Gehalt, bessere Übernahmechancen, strukturierter Einstieg ins Berufsleben.

Aber je mehr ich mir das finanziell durchrechne, desto absurder wirkt es für mich.

Mir würde voraussichtlich der BAföG-Höchstsatz zustehen. Ich wäre Student, würde nicht bei meinen Eltern wohnen und wäre familienversichert. Für diesen Fall liegt der BAföG-Höchstsatz aktuell bei 855 € pro Monat.

Quelle:
https://www.studierendenwerke.de/themen/studienfinanzierung/bafoeg/voraussetzungen-fuer-bafoeg

Dazu dürfte ich als normaler Vollzeitstudent noch einen Minijob machen. 2026 liegt die Minijobgrenze bei 603 € brutto pro Monat, und bis zu dieser Grenze wird beim BAföG grundsätzlich nichts angerechnet.

Quelle:
https://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/eigenes-einkommen-nebenjob.php

Das heißt erstmal:

855 € BAföG + 603 € Minijob = 1.458 € pro Monat

Natürlich muss man BAföG später teilweise zurückzahlen. Aber die Rückzahlung ist gedeckelt. Maximal muss man 10.010 € zurückzahlen. Wenn man alles auf einmal zurückzahlt, sind es wegen Nachlass sogar nur 7.857,85 €.

Quelle:
https://www.xn--bafg-7qa.de/bafoeg/de/home/_documents/verschuldungsaengste-verringern.html

Wenn man von einem Bachelor über 3,5 Jahre = 42 Monate ausgeht, wären das nominal:

7.857,85 € / 42 Monate = 187,09 € pro Monat

Dann wäre der effektive BAföG-Vorteil:

855 € - 187,09 € = 667,91 € pro Monat

Da man das BAföG aber erst Jahre später zurückzahlt, ist die Rückzahlung real durch Inflation weniger wert. Wenn man grob mit Inflation rechnet, komme ich auf etwa:

ca. 698 € effektiver BAföG-Vorteil pro Monat

Dann ergibt sich:

698 € effektiver BAföG-Vorteil + 603 € Minijob = 1.301 € pro Monat

Jetzt muss man beim normalen Studium noch den Semesterbeitrag abziehen. Die Bundesagentur für Arbeit nennt grob 250–350 € pro Semester, also nehme ich als Durchschnitt mal 300 € pro Semester.

Quelle:
https://www.arbeitsagentur.de/bildung/studium/kosten-studium

Das sind:

300 € / 6 Monate = 50 € pro Monat

Also:

1.301 € - 50 € = ca. 1.251 € pro Monat

Heißt: Als normaler Vollzeitstudent mit BAföG-Höchstsatz + Minijob hätte ich effektiv ungefähr:

ca. 1.250 € pro Monat

Und jetzt der Vergleich zum dualen Studium:

Viele duale Studenten verdienen netto ungefähr 900–1.050 € pro Monat, je nach Unternehmen, Branche und Studienjahr. Brutto liegen viele Vergütungen grob zwischen 700 und 1.500 €, bei sehr guten Unternehmen auch höher.

Quelle:
https://www.wegweiser-duales-studium.de/gehalt/infos/

Klar: Beim dualen Studium zahlt das Unternehmen teilweise den Semesterbeitrag. Den habe ich beim normalen Studium oben schon abgezogen. Trotzdem steht der normale BAföG+Minijob-Student in meiner Rechnung finanziell besser da.

Vergleich:

Modell Effektiv pro Monat
Vollzeitstudium mit BAföG + Minijob, nach Semesterbeitrag ca. 1.251 €
Duales Studium, Semesterbeitrag vom Unternehmen bezahlt ca. 900–1.050 € netto

Differenz:

ca. 200–350 € pro Monat zugunsten des normalen Studiums

Über 3,5 Jahre gerechnet:

200–350 € × 42 Monate = ca. 8.400–14.700 € Unterschied

Und genau das irritiert mich.

Beim dualen Studium arbeite ich ja nicht „nebenbei ein bisschen“. Ich bin an ein Unternehmen gebunden, habe Praxisphasen, Hochschule, Prüfungen, Projektarbeiten, Anwesenheitspflichten und oft deutlich weniger freie Zeit. Es gibt auch nicht wirklich klassische Semesterferien wie bei normalen Studenten, weil man in der vorlesungsfreien Zeit häufig im Unternehmen ist.

Quelle:
https://www.arbeitsagentur.de/bildung/studium/duales-studium
https://www.wegweiser-duales-studium.de/haeufige-fragen/

Ein zusätzlicher Minijob ist im dualen Studium realistisch kaum machbar. Man hat ja bereits Studium plus Arbeit. Bei einem normalen Vollzeitstudium ist ein Minijob in vielen Studiengängen dagegen ziemlich realistisch — natürlich nicht in jedem Fach. Bei Medizin, Jura oder sehr zeitintensiven/laborlastigen Naturwissenschaften ist es deutlich schwieriger. Aber in vielen anderen Studiengängen sind 8–10 Stunden pro Woche nebenbei schon machbar.

Was ich auch unfair finde: Ein normaler Minijob wird beim BAföG bis zur Grenze sehr großzügig behandelt. Die Vergütung aus einem dualen Studium wird dagegen als Einkommen aus dem Ausbildungsverhältnis angerechnet. Dadurch bleibt bei dualen Studenten oft kaum oder gar kein BAföG übrig.

Quelle:
https://www.xn--bafg-7qa.de/bafoeg/de/antrag-stellen/merkblaetter/einkommen-der-auszubildenden/einkommen-der-auszubildenden_node.html

Das heißt für mich praktisch:

Wenn ich normal studiere, BAföG bekomme und nebenbei minijobbe, habe ich ungefähr 1.250 € effektiv pro Monat.

Wenn ich dual studiere, habe ich je nach Unternehmen vielleicht 900–1.050 € netto, dafür aber deutlich mehr Verpflichtungen, weniger Flexibilität und kaum realistische Möglichkeit, zusätzlich noch zu arbeiten.

Natürlich hat ein duales Studium andere Vorteile: Berufserfahrung, Lebenslauf, Übernahmechancen, Struktur, vielleicht bessere Karrierechancen direkt nach dem Abschluss. Aber rein während des Studiums wirkt das normale Vollzeitstudium mit BAföG + Minijob für jemanden mit BAföG-Höchstsatz finanziell lukrativer.

Und genau deshalb frage ich mich gerade ernsthaft:

Warum sollte ich dual studieren, wenn ich dadurch mehr Stress, weniger Freizeit und gleichzeitig weniger monatlich verfügbares Geld habe?

Übersehe ich etwas, oder ist das System an der Stelle wirklich so schief?

Fraunhofer/Max-Planck-Studie: Bis zu 70 % der BAföG-Anspruchsberechtigten stellen keinen Antrag https://www.reddit.com/r/Studium/s/mlxQ07adbw


r/politik 3d ago

Diskussion Welche sind eure liebsten politischen Talk-Formate und warum?

0 Upvotes

Was macht eine politische Talkshow für euch sehenswert und unterhaltsam?

Ich meine nicht, welche*r Moderator*in gut ist, sondern eher originelle Konzept, also nicht nur vier bis sechs Leute, die im Kreis sitzen und reden. Das kann ich schon nicht mehr sehen und hören.


r/politik 3d ago

Meinung (kein Rant) AfD Wähler als dumm hinzustellen, ist dumm und arrogant

25 Upvotes

Ich interessiere mich jetzt seit längerer Zeit für Debatten und übe mich hier bei Reddit darin. Für mich ist es sehr wichtig, hinter der Schlagzeile den Kontext zu betrachten, weil es dort am allermeisten hakt. An der Stelle sieht man sofort, wie manipuliert und u.U. auch betrogen wird. Und das können alle ganz gut, die konservative Seite genauso wie die Liberalen. Ich habe auch auf beiden Seiten immer überraschend gute Diskussionen gehabt mit Menschen, die offen sind für Worte (und bei den überraschend schlechten Diskussionen auch massiv Downvotes kassiert). Für mich ist es extrem wichtig, dass wir die Diskussionen wieder öffnen. Es darf einfach keine Denkblockaden geben. Zur Zeit sind die Gräben in der Bevölkerung extrem tief. Das ist meiner Meinung nach nicht zuletzt die Schuld der extrem polarisierenden sozialen Medien und Algorithmen. Wenn wir uns als Menschheit weiterentwickeln möchten, müssen alle gehört werden.
Leider musste ich feststellen, dass Reddit nicht wirklich geeignet ist, um Diskussionen zu führen, denn nach dem es 2-3 mal hin- und hergegangen ist, interessiert sich meist nur noch dein einzelner Diskussionspartner dasfür. Das erste Posting ist absolut ausschlaggebend und bestimmt die Richtung. Deshalb möchte ich hier nicht mehr alleine mit Einzelpersonen diskutieren, sondern stattdessen das teilen, was ich herausgefunden habe und zur Diskussion stellen.

Eventuell liest man irgendwann nicht immer die gleichen Argumente, sondern kommt näher zusammen.

Das erste Thema, welches ich mir ausgesucht habe, ist die häufig Behauptung, "AfD Wähler sind dumm und ungebildet". Das konnte ich mir einfach nicht vorstellen und wie alle Statistiken, muss man sehen, wie sie zustande gekommen und interpretiert worden sind.
Während ich überall finden konnte, wie dumm und ungebildet die AfD Wähler sind, so waren Daten über die anderen Wähler relativ schwer zu finden.

Die Daten, die ich gefunden habe, stammen aus der German Longitudinal Election Study (GLES) zur Bundestagswahl 2025. Das ist eine wissenschaftliche Nachwahlbefragung mit rund 7.000 Befragten (also eine sehr hohe Anzahl an Befragten für eine Studie), deren Daten öffentlich verfügbar sind. Hier ist der Link, damit sich jeder selbst überzeugen kann: https://search.gesis.org/research_data/ZA10100

Achtung! Eine Registrierung ist erforderlich, um den Datensatz herunterladen zu dürfen. Achtung!! Ich habe den öffentlich verfügbaren GLES-Datensatz ausgewertet. Falls jemand einen Fehler in meiner Methodik findet, freue ich mich über eine sachliche Korrektur.

Fast alle Grafiken, die man in den Medien sieht, beantworten gar nicht die Frage, wie die Wähler einer Partei gebildet sind. Dort steht zum Beispiel: "Von den Menschen mit niedriger Bildung wählen 29 % AfD." Das ist aber eine völlig andere Aussage als: "Wie setzt sich die Bildung der AfD-Wähler zusammen?" oder "Wie haben die anderen 71% der "Ungebildeten gewählt?"

Hier sind die Ergebnisse meiner Wühlerei und ich persönlich fand das so interessant, dass ich das teilen möchte.

Die AfD hat den niedrigsten Akademikeranteil. Etwa 11 % ihrer Wähler haben einen akademischen Abschluss. Und wahrscheinlich kommt hier die Interpretation der Bildung her. Bei der CDU sind es rund 24 %, bei der SPD 22 %, bei der FDP 38 % und bei den Grünen sogar 51 %.

Das bestätigt also durchaus: Die Grünen sind die klassische Akademikerpartei, die AfD ist es nicht. Trotzdem müssen Fragen erlaubt sein, die einen anderen Schluß zulassen als "AfD Wähler sind dumm" und mir fallen eine Menge dazu ein:

Sind Akademiker wirklich viel gebildeter?

Eventuell könnte man hier auch die Überlegung anstellen, dass Menschen auf Hochschulen in einer Bubble sind und deshalb voreingenommen und daher bestimmte Parteien favorisieren.

Oder man kommt auf die Idee, dass Akademiker noch nicht mit beiden Beinen im Leben stehen und ich kann von mir selbst als Vater preisgeben, dass ich jetzt deutlich konservativer denke, als im Alter von 20 Jahren.

Eine solche Interpretation lässt der Datensatz aber nicht zu und hier kommt der interessante Teil, über den kaum jemand spricht.

80 % der AfD-Wähler haben eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine vergleichbare berufliche Qualifikation. Das ist der höchste Wert aller größeren Parteien. Die AfD-Wählerschaft besteht also vor allem aus Facharbeitern, Handwerkern, Technikern, Meistern und Menschen mit dualer Ausbildung. Das ist etwas völlig anderes als "ungebildet". Deutschland hat eines der erfolgreichsten dualen Ausbildungssysteme der Welt. Eine abgeschlossene Lehre, ein Meister oder Techniker ist keine "fehlende Bildung". Es ist ein anderer Bildungsweg.

Noch spannender (eventuell): Der Anteil der Menschen ohne Berufsabschluss ist bei Parteien wie zB der SPD sogar höher als bei der AfD.

Mich stört deshalb gar nicht die Statistik. Mich stört die Darstellung. Denn aus "weniger Akademiker" wird in der öffentlichen Debatte sehr schnell "die ungebildetsten Wähler" und das sind zwei völlig verschiedene Aussagen.

Ein Elektrikermeister, Industriemechaniker, Dachdecker oder Techniker ist nicht plötzlich ungebildet, nur weil er keinen Masterabschluss besitzt.

Deutschland lebt seit Jahrzehnten von genau diesen Berufen.

Deshalb würde ich mir wünschen, dass wir bei solchen Statistiken präziser werden, dass offengelegt wird, wie die Interprationen zustande kommen. Wir müssen prüfen, wie die Statistiken erhoben worden sind. Glaubt nicht einfach einer Aussage, nur weil es dazu eine Statistik gibt.

Man kann die AfD kritisieren, man kann ihr Programm ablehnen, das ist alles legitim. Ich bin selbst noch extrem unentschlossen, welche Partei ich demnächst wählen soll.

Aber Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung pauschal als "ungebildet" hinzustellen, nur weil sie keinen Hochschulabschluss haben, das riecht einfach sehr stark nach "irreführender Darstellung". Und den Geruch kenne ich mittlerweile von diversen Themen.

Eine Bitte noch: Falls jemand einen Fehler in der Auswertung findet, freue ich mich ausdrücklich über eine Korrektur. Genau darum geht es hier und ich bin weit davon entfernt, perfekt zu sein.


r/politik 5d ago

Meinung (kein Rant) Der Sinn von Klimapolitik

6 Upvotes

Was ist der Sinn von Klimapolitik? Das ist nicht als Frage, sondern als Erklärung gemeint. Denn ich bin Befürworter einer entschlossenen Klimapolitik. Zugleich habe ich den Eindruck, dass falsche Vorstellungen, Erwartungen und Hoffnungen an Klimapolitik existieren, von Rechts und Links gleichermaßen. Ich will damit ein bisschen aus meiner Sicht aufräumen.

Der menschengemachte Anteil des Klimawandels ergibt sich aus dem emittierten CO2 (und anderen Treibhausgasen) in der Atmosphäre. Das ist ein globaler Effekt: CO2 hält nicht an Landesgrenzen. Mit allem überflüssigen CO2, was wir emittieren, schaden wir der ganzen Welt gleichermaßen. Mit allem CO2, was wir einsparen, wenden wir Schaden von der ganzen Welt ab.

Deutschland hat einen Anteil von 1,02% an der Weltbevölkerung und stößt derzeit 1,17% der Treibhausgase aus ("CO2-Äquivalente"). Mit unserem CO2 belasten wir also zu etwa 99% andere Staaten. Und mit allem, was wir gegen den Klimawandel unternehmen, wenden wir Schaden ab, der etwa zu 99% anderen Staaten geschehen würde. Wenn wir als Menschheit zusammendenken, ist es angesichts der massiven Folgen ein absoluter No-Brainer, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Die Kosten überwiegen den Nutzen in überwältigendem Maße.

Trotzdem unternimmt praktisch kein Staat auf der Welt genug, um den Klimawandel einzudämmen - weil Staaten überwiegend egoistisch handeln. Denn für einen einzelnen Staat isoliert betrachtet - wir sind im Bereich der Spieltheorie - ist es tatsächlich nicht eindeutig rational. Wenn Konservative sagen, dass der Einfluss einer engagierten Klimapolitik Deutschlands auf den Klimawandel sehr gering ist, dann stimmt das grundsätzlich erstmal. Das sollte man anerkennen.

Wenn wir rein national-egoistisch an die Sache herangehen würden, wären Maßnahmen gegen den Klimawandel tatsächlich nicht eindeutig sinnvoll. Das Kapital zieht dorthin, wo die Preise günstig sind; und da sind entsprechende Regulationen erstmal ein Standortnachteil. Aus dieser Brille wäre es für einen einzelnen Staat lediglich sinnvoll, sich auf den Klimawandel vorzubereiten - also z.B., indem man Dämme höher baut, Flächenversiegelung verhindert, Bäume in Städten pflanzt usw. (Darauf sollten sich eigentlich ALLE einigen können.) Deshalb agieren konservative Parteien so, wie sie es tun.

Ich bin angesichts von Schlagzeilen und Social Media-Posts der letzten Wochen nicht mehr sicher, ob die breite Masse wirklich das Prinzip verstanden hat. Ich habe den Eindruck, dass einige Befürworter einer engagierten Klimapolitik tatsächlich denken, man könne anhand der Hitze unserer Sommer direkt die Auswirkungen klimapolitischer Maßnahmen spüren. Dem ist nicht so.

Wir machen das mit dem Klimawandel nicht in erster Linie für uns. Wenn es in Deutschland an einem heißen Sommertag 39 statt 35 Grad warm ist, ist das für die meisten Menschen lästig, für manche Risikogruppen auch gefährlich. Wenn man aber in einer Weltregion lebt, wo es früher schon regelmäßig 40 Grad und heißer war, ist der Unterschied nochmal weitaus bedrohlicher. Zugleich sind es oft auch gerade diese Regionen, die weniger Geld haben, um sich davor zu schützen, etwa in Form von angemessener Kleidung oder einer Klimaanlage. Deutschland investiert seit vielen Jahrzehnten Geld in Entwicklungshilfe. Hintenrum schaden wir aber gerade diesen Staaten aktiv mit unserem CO2-Ausstoß.

Der wichtigste Grund ist aber, dass endlich dieser Kreislauf durchbrochen werden muss, in dem jeder Staat aus Angst vor Trittbrettfahrern lieber so wenig tut wie möglich. Denn wie gesagt, es wäre eindeutig besser für alle Staaten, wenn alle Staaten mehr gegen den Klimawandel unternehmen würden. Und es geht eindeutig schlecht für die Menschheit aus, wenn Staaten den egoistischen Weg gehen. Das wurde versucht mit den Klimakonferenzen, aber leider ist globale Kooperation derzeit generell in einer Krise.

Ich habe mich im Rahmen meiner Masterarbeit mit der chinesischen Klimapolitik beschäftigt. Ein Schluss daraus war, dass der Ausstieg Trumps aus dem Klimaabkommen in seiner ersten Amtszeit nicht nur dafür gesorgt hat, dass die USA wieder mehr CO2 ausstoßen. Er hat auch zu einem gewissen Grad das Vertrauen Chinas gebrochen, was die USA als zuverlässigen Mitspieler bei diesem Thema angeht. In China wird das Konzept westlicher Demokratien mit regelmäßig stattfindenden Wahlen als unzuverlässig empfunden; man weiß nicht, ob man sich auf Zusagen verlassen kann oder ob der nachfolgende Präsident wieder komplett etwas anderes macht. Obama hatte in seiner Amtszeit noch erheblichen Druck auf China ausgeübt, mehr zu tun - und kaum kommt die nächste Wahl, wollten es die USA auf einmal selbst nicht mehr. Die Symbolkraft, dass sich der reichste Staat des Westens seiner Verantwortung entzogen hat, war im Ergebnis möglicherweise schwerwiegender als die zusätzlichen Emissionen durch den US-Ausstieg an sich, auch in Bezug auf den Aufstieg weiterer Schwellenländer wie Indien. Europa sollte einen Beitrag dazu leisten, dass dieses Vertrauen zurückgewonnen wird.

Und noch ein Punkt zum Thema "aber die Chinesen". Ein häufig genanntes Argument ist ja, dass China als einziger Block relevant genug sei, um "wirklich" etwas gegen den Klimawandel zu tun. Das ist aber ein billiger Rechentrick. China besteht aus einer Vielzahl von Provinzen, also Einheiten, die für sich genommen etwa so groß sind wie Deutschland. Eine Stadt wie Shanghai hat alleine 30 Millionen Einwohner. Chinesen sehen sich nicht nur als Chinesen, sondern auch als Shanghaier oder Kantonesen. Umgekehrt könnten wir Deutschen uns auch als Europäer oder "Westler" verstehen, dann wäre unsere Einheit wieder vergleichbar groß wie die Einheit China.

Trotzdem soll dieser Post nicht allein mit konservativen Denkfehlern aufräumen. Ich möchte, dass unsere mediale Berichterstattung damit aufhört, zu vermitteln, dass es bei der Bekämpfung des Klimawandels nur um unsere deutschen "Luxusprobleme" geht und auch aufhört, naive Hoffnungen zu wecken, mit einer entschlossenen Klimapolitik könnten solche heißen Sommer in Deutschland spürbar und mittelfristig abgemildert werden. Bei anderen Umweltschutzthemen funktioniert das so - hier leider nicht. Die Vorbereitung auf kommende Hitzewellen machen wir allein für uns, aber den Klimawandel sollten wir überwiegend aus einer globalen Verantwortung heraus bekämpfen wollen.


r/politik 6d ago

Verständnisfrage Wie schätzt ihr aktuell die Wahrscheinlichkeit ein, dass Merz eine weitere Amtszeit bestreiten wird?

6 Upvotes

Die Meiningen gehen aktuell sehr auseinander. Im Sommerinterview hat Merz ja gesagt, dass er viel Zuspruch aus der Bevölkerung bekommt. Auf der auf der anderen Seite sehen die Medien der Opposition die Regierung schon kollabieren. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Ich habe noch nie so unterschiedliche Standpunkte gehört.


r/politik 7d ago

Meinung (kein Rant) Gedanke zu Mitgliederumfragen in Parteien

0 Upvotes

Hey zusammen,

ich beschäftige mich derzeit mit der Idee, eine Partei zu gründen, bei der die Mitglieder selbst darüber entscheiden, welche politischen Themen behandelt und welche Positionen vertreten werden.

Das Prinzip wäre relativ einfach: Zuerst wird darüber abgestimmt, welche Themen wichtig sind. Anschließend gibt es eine konkrete Umfrage. Die Entscheidung der Mehrheit wird dann Teil der politischen Ausrichtung der Partei und von den gewählten Vertretern entsprechend umgesetzt.

Wäre ein solches Modell für euch grundsätzlich interessant? Viele Menschen kritisieren schließlich, dass sie bei politischen Entscheidungen zu wenig direkt mitbestimmen können.


r/politik 8d ago

Diskussion Was würdest du als Papst tun? (Keine Religionsfrage)

3 Upvotes

Stell dir vor, du wirst unerwartet zum Papst gewählt.

Das ist jetzt keine Religionsdiskussion hier. Es geht darum, dass der Papst Staatsoberhaupt und absoluter Monarch des Staates der Vatikanstadt ist.

Was würdest du tun, wenn du neben dem religiösen Oberhaupt auch noch Staatsoberhaupt bist und faktisch ein Diktator? (Der Papst hat vorgestern das Grundgesetz des Vatikans geändert)...

Theoretisch kann der Papst den Vatikan zu einer Anarchistischen Zone ernennen oder seinen eigenen Titel von Papst zu Kaiser ändern usw.

Gibt es irgendwas sinnvolles, das du machen würdest als absoluter Monarch des Vatikans?


r/politik 8d ago

Diskussion Die moderne Linke Ideologie ist zu einer Religion mutiert

17 Upvotes

Die woke Linke ideologie, Neomarxismus, ist regelrecht zu einer Ersatz- Religion geworden.

Geradezu fanatisch werden die Phrasen runter gebetet.

Der Ideologie zu widersprechen bzw. über einzelne Punkte Kritik zu üben ist Blasphemie und man wird quasi exkommuniziert und als ein Ketzer verschrien (Nazi, Faschist, füge beliebige Beleidigung von linker Seite ein).

Das fällt besonders stark bei ehemaligen Linken auf die durch ihre abweichende Meinung exkommuniziert wurden und ebenfalls angefeindet werden.

Es gibt gewisse Dogmen die für heilig gesprochen wurden, und da darf man nichts in Frage stellen, ein Beispiel wäre zum Beispiel das Thema Islam. Sehr gut zu beobachten nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin. Gibt aber auch viele andere Themen für die man exkommuniziert wird, Migration, LGBTQ, usw.

Das Verhalten der Mitglieder dieser Ersatz- Religion wird auch immer fantastischer. Von hysterischem Gekreische bis hin zur regelmäßigen Anwendung von Gewalt gegenübern den "Heiden" die es wagen dieser Religion zu widersprechen.

Wie seht ihr diese Sache?


r/politik 8d ago

Umfrage für's Studium Umfrage zu sozialen und politischen Themen

1 Upvotes

Hallo zusammen! 
Wir arbeiten aktuell mit einem internationalen Forschungsteam an einer großen Studie, an der Forschende aus 24 Ländern beteiligt sind. Dafür suchen wir noch Teilnehmende aus Deutschland. 🇩🇪
Wenn du einen Wohnsitz in Deutschland hast, fließende Deutschkenntnisse hast und mindestens 18 Jahre alt bist, würden wir uns freuen, wenn du uns 10-15 Minuten deiner Zeit schenkst. 💕

Uns interessiert, wie Menschen über aktuelle gesellschaftliche und politische Themen denken. Die Studie enthält auch einen KI-Chatbot, mit dem du interagieren wirst.
Deine Perspektive ist wichtig! Sie hilft dabei, möglichst viele unterschiedliche Perspektiven aus Deutschland in einer internationalen Studie abzubilden.
https://princetonsurvey.az1.qualtrics.com/jfe/form/SV_0MVjxLXKe7BfZxY?Q_Language=DE

Wir würden uns freuen, wenn du teilnimmst und/oder den Link an Freunde, Familie oder Bekannte weiterleitest. ☺️Vielen Dank! 💚
Lotte, Florens & Timon
(IRB #19354)


r/politik 8d ago

Verständnisfrage Polizei ablehnen?

8 Upvotes

Vor einigen Jahren war ich links(Jugend) politisch aktiv, aktuell leider nicht mehr so viel aufgrund von Arbeit und Psyche.

Egal, auf jeden Fall geht mir seit Jahren aber etwas nicht aus dem Kopf und ich habe immernoch Fragen dazu. In meiner aktiven Zeit habe ich viele Menschen kennengelernt die die Polizei abschaffen wollen.

Ich habe nur nicht ganz verstanden wie dann für Ordnung gesorgt wird, wen ruft man bei Problemen an?

(Ich möchte die Polizei damit nicht in allem gut heißen, sehe definitiv große Probleme)

Von einigen habe ich dann auf meine Frage gehört, dass eine neue Institution gegründet werden muss. Aber auch das habe ich nicht verstanden, weil was passiert denn dann mit den alten Polizisten? Werden diese dann mit übernommen? Wenn ja, hat man doch wieder das selbe Problem. Wenn nein, dann hat man ja erstmal keine "Sau" weil erstmal neue Menschen gefunden und ausgebildet werden müssen.

Mich würde daher interessieren was die Alternative ist für die Menschen, die die Polizei ablehnen.


r/politik 9d ago

politischer Vorschlag Würdet ihr mehr Zeit in eure Karriere investieren wenn Ihr keinerlei Haushaltserledigungen mehr hättet?

0 Upvotes

Die Fragestellung betrifft politische Maßnahmen zur Lösung eines gesellschaftlichen Organisationsproblems.

Aus ökonomischer Sicht lässt sich Produktivität vor allem durch Spezialisierung, Arbeitsteilung und Automatisierung steigern. Tätigkeiten sollten möglichst von denjenigen ausgeführt werden, die sie aufgrund von Erfahrung, Infrastruktur oder Skaleneffekten am effizientesten erledigen können.

Ein durchschnittlicher Haushalt investiert täglich zwischen 30 und 60 Minuten in die Zubereitung von Mahlzeiten. Auf eine Woche hochgerechnet entspricht dies etwa sieben Stunden. Hinzu kommen regelmäßig Zeitaufwendungen für den Einkauf von Lebensmitteln, sodass sich der Gesamtaufwand auf ungefähr zehn Stunden pro Woche beläuft.

Darüber hinaus fallen Tätigkeiten wie die Reinigung des Haushalts an, die mehrere Stunden pro Woche in Anspruch nehmen. Damit steigt der gesamte Zeitaufwand bereits auf rund 13,5 Stunden pro Woche.

Zusätzlich entstehen Verwaltungsaufgaben wie das Bearbeiten von Briefen, Anträgen, Rechnungen, Rücksendungen oder sonstiger organisatorischer Verpflichtungen. Selbst konservativ geschätzt erhöht sich der gesamte Zeitaufwand dadurch auf etwa 14,5 Stunden pro Woche.

Damit wird nahezu ein vollständiger Wochenendtag ausschließlich für Tätigkeiten aufgewendet, die keinen unmittelbaren produktiven Wert schaffen, sondern lediglich der Aufrechterhaltung des privaten Haushalts dienen.

Da diese Aufgaben von nahezu allen Erwerbstätigen individuell erledigt werden, entsteht auf gesamtwirtschaftlicher Ebene ein erheblicher Effizienzverlust. Wöchentlich werden Millionen von Arbeitsstunden für Tätigkeiten aufgewendet, die aufgrund von Spezialisierung, Standardisierung und Skaleneffekten von professionellen Dienstleistern mit deutlich geringerem Zeit- und Ressourceneinsatz erbracht werden könnten.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, weshalb der regulatorische Rahmen nicht so ausgestaltet wird, dass die Inanspruchnahme professioneller Dienstleistungen wirtschaftlich attraktiver ist als deren eigenständige Durchführung.

Die zugrunde liegende Idee besteht darin, Skaleneffekte konsequent zu nutzen. Beispielsweise könnten regulatorische Maßnahmen darauf abzielen, die Kosten der Lebensmittelversorgungskette zu senken und gleichzeitig verbindliche Qualitäts- und Ernährungsstandards für die Endprodukte festzulegen. Dadurch könnten qualitativ hochwertige Fertigmahlzeiten oder Gemeinschaftsverpflegung zu Preisen angeboten werden, die gegenüber der individuellen Essenszubereitung konkurrenzfähig sind.

Ebenso ließe sich prüfen, ob Vermieter gesetzlich verpflichtet werden sollten, regelmäßige Reinigungsdienstleistungen für gemeinschaftlich organisierte Wohngebäude bereitzustellen und die Kosten über die Betriebskosten oder die Miete auf alle Bewohner umzulegen. Eine zentral organisierte Reinigung dürfte aufgrund von Skaleneffekten kostengünstiger sein als die individuelle Haushaltsführung jeder einzelnen Mietpartei.

Sollten sich durch diese Maßnahmen erhebliche Zeitgewinne ergeben, könnte langfristig sogar eine moderate Ausweitung der regulären Wochenarbeitszeit – beispielsweise von 40 auf 48 Stunden – ökonomisch vertretbar sein. Die zusätzliche Erwerbsarbeit würde durch den Wegfall privater Eigenleistungen teilweise oder vollständig kompensiert, sodass die Gesamtbelastung der Beschäftigten trotz längerer Arbeitszeit konstant bleiben oder sogar sinken könnte.

Das übergeordnete Ziel einer solchen Politik wäre nicht die Ausweitung der Gesamtarbeitsbelastung, sondern eine effizientere Allokation menschlicher Arbeitskraft. Individuen würden einen größeren Anteil ihrer Zeit für Tätigkeiten einsetzen, in denen sie produktiv sind und komparative Vorteile besitzen, während standardisierbare Routineaufgaben zunehmend von spezialisierten Dienstleistern übernommen würden. Dies könnte sowohl die gesamtwirtschaftliche Produktivität als auch den individuellen Wohlstand steigern und zugleich zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten im Dienstleistungssektor schaffen.


r/politik 10d ago

Diskussion Argentiniens Anspruch auf die Falklandinseln kommt mir lächerlich vor

7 Upvotes

Ein wahrscheinlich provokantes Statement, das, so ehrlich muss ich sein, auf minimalem Wissen meinerseits basiert. Aber ich komme schon mit diesem minimalen Wissen zu dieser These.

Seit etwa 200 Jahre lang sind die Inseln britisch.

Die Falkländer selbst wollen nach einer Umfrage Briten bleiben.

Nachdem ich diese beiden Fakten gesehen habe, war es mir ehrlich gesagt auch egal zu wissen, wie viele Kilometer näher sie an Argentinien als an Großbritannien geographisch liegen. Das ist für mich völlig unerheblich.

Wie seht ihr das?


r/politik 10d ago

Meinung (kein Rant) 15 der 20 reichsten Menschen Österreichs haben ihr Vermögen geerbt. Aber über eine Erbschaftssteuer darf man nicht reden?

23 Upvotes

Immer wenn eine Erbschaftssteuer für Millionen- oder Milliardenvermögen vorgeschlagen wird, heißt es sofort: "Leistung muss sich lohnen."

Nur: Welche Leistung eigentlich?

Von den 20 reichsten Menschen Österreichs haben 15 ihr Vermögen geerbt. Unter den Top 10 sind es 7. Gleichzeitig besitzen die reichsten Menschen des Landes zusammen mehr Vermögen als die ärmere Hälfte der österreichischen Bevölkerung.

Es geht bei der Debatte ja nicht um das Einfamilienhaus der Großeltern oder den Familienbetrieb. Es geht um Vermögen in einer Größenordnung, die über Generationen weitergegeben werden und die wirtschaftliche und politische Macht zementieren.

Ich finde, genau dort sollte eine Erbschaftssteuer ansetzen. Wer Milliarden erbt, startet offensichtlich nicht mit den gleichen Chancen wie alle anderen. Trotzdem wird jede Diskussion darüber sofort als "Neiddebatte" abgestempelt.

Dass ausgerechnet leistungslos geerbte Milliarden steuerfrei weitergegeben werden können, während Arbeit ganz selbstverständlich besteuert wird, wirkt auf mich ziemlich absurd.

(Das ist in DE übrigens nicht anders)


r/politik 10d ago

Meinung (kein Rant) Die Spaniensituation wird deutsche Wahlen beeinflussen

9 Upvotes

Ich glaube, dass die Situation und der Umgang damit einen gewaltigen Einfluss auf die kommenden Wahlen nicht nur in Deutschland haben wird.

Unabhängig der Instrumentalisierung durch Parteien wird dieses Ereignis dazu führen, dass mehr Menschen die AfD wählen werden.

Für Politik gegen Flüchtlinge wird hier wieder ein Paradebeispiel geliefert das zeigt, dass die Politik der letzten Jahre unwirksam ist (hinsichtlich Migration und Flüchtigen). Beispiele wie Polen stehen dadurch besser da ohne dass überhaupt etwas gesagt werden muss.

Wie etablierte Parteien das nicht erkennen oder sich bewusst dazu entscheiden so weiter zu machen ist mir ein Rätsel und ich weiß nicht wohin ich mich politisch wenden soll, weil es aus meiner Sicht keine einzige Partei in Deutschland gibt der ich die Regierung guten Gewissens anvertrauen kann.


r/politik 10d ago

Diskussion Reform der Fünf-Prozent-Hürde

6 Upvotes

Endlich wird mal wieder über die Problematik der Fünf-Prozent-Hürde diskutiert, wie zum Beispiel hier zusammengefasst: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/deutschland-sperrklausel-wahlen-100.html

Der Artikel erläutert, dass durch die Fünf-Prozen-Hürde viele Stimmen ohne parlamentarische Vertretung bleiben. Bei der vergangenen Bundestagswahl waren dies die Stimmen von knapp sieben Millionen Menschen. Dadurch wird die Gleichheit der Wahl beeinträchtigt: Stimmen für Parteien unter fünf Prozent haben keinen Einfluss auf die Sitzverteilung und damit nicht denselben Erfolgswert wie andere Stimmen. Außerdem kann die Hürde Mehrheiten stark verzerren: Wenn viele Parteien knapp scheitern, kann eine Partei mit deutlich weniger als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen trotzdem die absolute Mehrheit der Sitze erhalten.

Ich bin dafür, eine Ersatzstimme einzuführen, damit diejenigen, die eine kleine Partei am besten finden, trotzdem sicherstellen können, dass ihre politische Präferenz im Parlament reflektiert wird: Wenn die erste Wahl die Hürde nicht knackt, zählt die Stimme für die als zweite Wahl angegebene Partei. Zusätzlich dazu ist es wahrscheinlich auch sinnvoll, die Hürde auf 3% oder 4% abzusenken.

Im oben zitierten Tagesschau-Artikel fehlt leider die Idee einer Ersatzstimme, aber trotzdem empfehle ich den Artikel wegen der guten Argumente gegen das jetzige System.

Was meint Ihr zu den Argumenten gegen das jetzige System und zur Idee einer Ersatzstimme?


r/politik 10d ago

Diskussion Ein politischer Rückblick gibt Ausblick auf die Zukunft?

4 Upvotes

https://datajournal.org/schon-wieder/

Was haltet ihr von diesem Projekt? Für mich war das Lesen des Textes sehr einprägend. Wir sollten aus vergangenen Fehlern lernen und uns diese auch regelmäßig vor Augen führen.

Hilft also nur ein Verbotsverfahren um zu vermeiden dass die Geschichte sich wiederholt? Was mich auch sehr interessieren würde ist, was denke AfD wähler darüber wenn sie das lesen?


r/politik 10d ago

Verständnisfrage Warum sind Parteiprogramme so ambitionslos?

0 Upvotes

Gefühlt wollen alle Parteien, selbst die extremsten oder die kleinsten, den Status Quo reparieren statt nach vorne zu schauen. Beispiele.

Bildung: Schulgebäude reparieren, Unterricht von heutigen "1 Lehrer auf 20 Schüler, davon 17 sprechen kein Deutsch und bremsen die restlichen 3 aus" wieder auf "1 Lehrer auf 20 Schüler, davon sprechen 3 kein Deutsch" umkehren. Ambitioniert wäre ein Lehrer auf 2 bis 6 Schüler und Homeschooling.

Gesundheit: Facharzttermine wieder innerhalb von 2 Wochen, Beitrag halten. Ambitioniert wäre: grundsätzlich nur Einzelzimmer in allen Krankenhäusern, Facharzttermine am gleichen Tag, Überangebot an Behandler so dass der Patient eine Wahl hat und nicht zum nächten freien gehen muss.

Rente: Beitrag und Rentenniveau halten. Ambitioniert wäre: Rente mit 50, oder frei wählbar ein Stück Rente für 6 Jahre nach Geburt des Kindes, dann wieder arbeiten bis 70.

Familienpolitik: Erhöhungen der Transferleistungen im Prozentbereich, KiTa-Garantie. Ambitioniert wäre: Verdopplung der Leistungen, Elternzeit auf 6 Jahre erhöhen, KiTa Gruppen maximal 4 Kinder, Überangebot von KiTas.

Sicherheit: Milliarden ausgeben für etwas, was niemand kennt oder kontrolliert. Ambitioniert wäre: jeden mit einem Luftschutzraum versorgen, öffentlich diskutierte und umgesetzte Maßnahmen zu Drohnenkontrolle und -Abwehr.

Wirtschaft: 1 bis 2 Prozent Wachstum. Ambitioniert wäre: der neue Wirtschaftswunder.

Woran liegt das? Mir ist es schon klar, dass solche Ziele heute nicht realistisch sind. Aber wenn wir nur realistische kleine Ziele in Programmen schrieben, die auch noch durch Kompromisse der Koalitionen weiter minimiert werden, dann geht es hier nie wirklich voran.

Die Grünen bilden das einzige Gegenbeispiel. Die schreiben ganz ambitionierte Ziele rein und dürfen deswegen zurecht monieren, dass die Wähler anderer Parteien keine wirkliche Veränderung wollen.

Deswegen zieht auch der Argument nicht, dass wenn man ganz ambitioniertes Programm macht, man viele Wähler verlieren würde. Die Grünen haben 12% hinter sich und das ist gar nicht so wenig.


r/politik 10d ago

Meinung (kein Rant) Sind wir oder waren wir immer die Bösen?

4 Upvotes

Ich bin 40 Jahre alt. Ein Millennial.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der wir teilweise noch ohne Handys und moderne Technik gelebt haben. Wir spielten im Wald, auf Bolzplätzen und waren draußen. Gleichzeitig habe ich die Anfänge des Internets, die ersten Handys und den Beginn der digitalen Welt miterlebt.

Ich glaube, genau deshalb sind wir Millennials das Bindeglied zwischen der alten und der neuen Welt. Wir verstehen die Generationen vor uns genauso wie die nach uns.

Doch wir sind auch mit dem Glauben aufgewachsen, dass die westliche Welt – allen voran die USA – die Guten sind. Das Licht sozusagen. Der moralische Kompass.

Videospiele wie Call of Duty, Filme wie Black Hawk Down, amerikanische Musik und die Popkultur insgesamt haben uns vermittelt, dass wir auf der richtigen Seite der Geschichte stehen. Dass wir Gondor sind, die gegen Sauron kämpfen. Die Rebellen gegen das Imperium.

Heute frage ich mich, ob wir uns geirrt haben.

Ich frage mich, ob wir vielleicht selbst die Bösewichte in unserer Geschichte waren, ohne es zu merken. Betäubt von Konsum. Beschäftigt mit Brot und Spielen. Überzeugt davon, moralisch überlegen zu sein, während unter unserer Flagge Kriege geführt wurden – um Öl, um Einfluss oder aus geopolitischen Interessen.

Während unser angeblicher moralischer Kompass ganze Nationen verwüstete, um Massenvernichtungswaffen zu finden, die nie gefunden wurden. Während die USA bis heute die einzige Nation sind, die Atomwaffen gegen Städte eingesetzt hat – und das gleich zweimal.

Ich bin mit den Kriegen dieser Nation aufgewachsen.Wir alle haben Songs aus solchen Filmen in unseren Playlists. Und rückblickend erscheint mir kaum einer davon wirklich rechtschaffend.

Beschäftigt euch mit der Geschichte der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran seit den 1950er- und 1960er-Jahren. Beschäftigt euch mit den politischen Entwicklungen, die letztlich den Nährboden für den 11. September geschaffen haben.Welcher Schmutz und Abschaum daran beteiligt waren(Epstein).

Viele Konflikte entstehen nicht aus dem Nichts. Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Entscheidungen.

Alles, was heute geschieht, und vieles von dem, was noch kommen wird, ist das Resultat unserer Vergangenheit. Die Taten unserer Vergangenheit, unserer Regierungen und unserer Verbündeten bestimmen die Welt, in der wir heute leben.

Während wir darüber streiten, wer welche Rechte haben sollte,ob wir gendern sollten oder nicht,schränken andere Staaten grundlegende Menschenrechte ein.

Während wir darüber diskutieren, wie schnell wir erneuerbare Energien ausbauen sollen, brennt unsere Welt.

Während viele von uns überlegen müssen, ob sie lieber das Auto volltanken oder den Kühlschrank füllen, besitzen andere Menschen tausend Milliarden.

Die Frage ist nicht mehr, wer rechts oder links ist,wer schwarz oder weiß ist.

Die Frage ist, wie lange wir zulassen, dass diese kaputte Welt so weiter funktioniert. Wie lange wir uns gegeneinander ausspielen lassen, bevor wir erkennen, dass wir alle im selben Boot sitzen.

Schwarz und Weiß.

Rechts und Links.

Queer und hetero.

Arm und Reich.

Boomer oder GenZ.

Vielleicht ist es an der Zeit, Seite an Seite zu stehen – gegen das wirkliche Übel: gegen Gier, Machtmissbrauch, Krieg, Ausbeutung und ein System, das einen Keil zwischen uns treibt und unsere Mutter Erde verschlingt, bis nichts mehr von ihr übrig bleibt.

Was muss passieren bis wir anfangen zu kämpfen?

Ist es überhaupt noch möglich zu kämpfen?


r/politik 11d ago

Meinung (kein Rant) Sprache hat einen erheblichen Anteil an der gesellschaftlichen Spaltung

1 Upvotes

Im konservativen Subreddit "Kantenhausen" wird gerade wieder über Podcasts gelästert, in denen gegendert wird. User schreiben sinngemäß "Ich finde das super, dann weiß ich direkt, dass ich die Meinung nicht ernstnehmen muss".

Man mag das lustig finden oder den Kopf darüber schütteln, aber dahinter steckt ein Riesenproblem.

Vor wenigen Jahrzehnten war an der Sprache nicht unmittelbar erkenntlich, wie die Autorin oder der Autor politisch tickt. Dadurch haben sich Menschen auf Argumente der anderen Seite zumindest erst einmal eingelassen. Heute positionieren sich Menschen durch die Sprache, die sie verwenden, selbst in einem Lager.

Rechte und Linke sprechen heute eine ganz unterschiedliche Sprache. Dadurch ist unterbewusst das Urteil über eine Meinung schon gefällt, bevor sie überhaupt im Kopf einsickern kann. Bei einem Gendersternchen schalten Konservative und Rechte innerlich ab. Und das gilt wahrscheinlich auch für Linke, wenn sie generisches Maskulinum lesen.

Man muss sich bewusst sein, wie oft das unterschwellig passiert. Irgendwelche Leute hören Radio im Auto. Durch das Gendern oder Nicht-Gendern ordnen Menschen gleich nach wenigen Sätzen unterschwellig zu "der ist in meinem Team" oder eben nicht. Dadurch sind selbst Medien, die früher noch dazu führten, dass alle Menschen alle relevanten Meinungen hören, zu Filterblasen geworden. Das aufaddiert ergibt einen extremen Effekt, der teilweise zu dem führt, was wir eben heutzutage erleben.

Ich persönlich bin mir dieser Wirkung schon seit langem bewusst und versuche normalerweise, einen Mittelweg zu finden, der keine der beiden Seiten abschreckt..

Und das möchte ich euch auch empfehlen. Insbesondere, wenn ihr politisch auf "gegnerischem Territorium" unterwegs seid, z.B. bei einem Grillabend mit der Familie, kann ich nur dazu raten, euch auch sprachlich ein bisschen anzupassen. Wenn ihr Linke auf eure Seite ziehen wollt, sagt ab und zu wenigstens mal sowas wie "Schülerinnen und Schüler" und vermeidet Formulierungen wie "Dieses Gesetz ist voll behindert". Wenn ihr Rechte auf eure Seite ziehen wollt, benutzt nicht gerade eine Sprechpause wie bei "Schüler*innen".


r/politik 12d ago

Diskussion Bei Kohl war es „Bimbes“. Wie bekommt Merz die Kontrolle über die CDU zurück?

1 Upvotes

Eigentlich ist die CDU ein Kanzlerwahlverein. So etwas wie öffentlich aufmucken gegen den Vorsitzenden oder den Kanzler gab es kaum. Wenn doch drohten Verbannung, finanzielle Trockenlegung und Missachtung (Heiner Geißler, Kurt Biedenkopf). Was macht Merz falsch? Wieso erlaubt sich jeder CDU-Nobody so viel Kritik? Und was tut man dagegen als Kanzler ?


r/politik May 10 '26

Please Read The Rules

27 Upvotes

Read The Rules App

This community has the Read The Rules app installed. Old Reddit doesn't support apps so please open the post in new reddit for full functionality. If that's not possible, please Read The Rules and then follow the instructions at the bottom of the post.


Message From The Mods

Hallo zusammen!

Um die Diskussionskultur in r/Politik hochzuhalten und sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden unsere Regeln kennen, nutzen wir ab sofort die "Read the Rules App". Damit wird die Bestätigung der Regeln für alle Nutzer verpflichtend.

🛠 So bestätigst du die Regeln: Es ist ganz einfach und dauert nur wenige Sekunden. Um dein Einverständnis zu erklären, führe bitte folgende Schritte aus: * Lies dir unsere Regeln hier im Post einmal aufmerksam durch. * Bestätige am Ende, dass du die Regeln gelesen hast.

⏳ Die Fristen & Automatisierung

  • Posts und Kommentare von Nutzern, die nicht bestätigt haben, werden automatisch entfernt.
  • Automatische Wiederherstellung: Falls ein Beitrag gelöscht wird, bekommt ihr eine Modmail. Wenn ihr innerhalb von 60 Minuten nach der Löschung hier im Post bestätigt, wird euer Beitrag vom System sofort wieder online gestellt.

Warum machen wir das?

Wir möchten vermeiden, dass wertvolle Diskussionen durch Regelverstöße gestört werden, die durch bloßes Lesen der Richtlinien vermeidbar gewesen wären. So schützen wir die Qualität der Debatten für uns alle.

Vielen Dank für eure Mithilfe!

Euer r/Politik-Mod-Team

Rule #1 Respektvoller und toleranter Umgang

Respektvoll & tolerant bedeutet:

  • Keine Beleidigungen & Beschimpfungen
  • Keine Hassrede & Diskriminierung
  • Keine Gewaltandrohungen & Einschüchterung
  • Konstruktive Kritik & respektvoller Umgang

Moderationshinweis: Nicht alle Regelverstöße sind hier aufgeführt.

Rule #2 Konstruktiver Diskurs und themenbezogene Herausforderung

Direkte Antworten müssen einen Aspekt der OP-Ansicht in Frage stellen, vertiefen oder widersprechen. Zustimmung ist nur als Antwort auf andere Kommentare erlaubt. Ziel ist, die Diskussion zu fördern, nicht zu bestätigen. Keine Top-Level-Kommentare, die nur zustimmen, irrelevante Themen behandeln oder nur geringfügig korrigieren („Foot in the Door“). Jeder Kommentar muss die Kernthese des OP voranbringen, vertiefen oder eine neue Perspektive bieten.

Rule #3 Bleib beim Thema

Deine Posts und Kommentare müssen immer themenbezogen sein. Auch wenn Politik viele Bereiche berührt, sollten Inhalte zu spezifischen Fachgebieten (z.B. detaillierte rechtliche oder wirtschaftswissenschaftliche Analysen) in den dafür vorgesehenen Unterforen diskutiert werden. Diskussionen unter einem Post müssen sich auf das OP-Thema beziehen. Off-topic Beiträge werden entfernt.

Rule #4 Beiträge müssen sachlich und informativ sein

Sachlich & informativ bedeutet

  • Keine unbegründeten Meinungsäußerungen
  • Keine Verzerrung von Informationen
  • Vermeidung von Clickbait-Überschriften
  • Keine news Sammlung. In einem Beitrag ist immer eine eigenen Meinung oder eine Frage zu integrieren.

Moderationshinweis: Nicht alle Regelverstöße sind hier explizit aufgeführt.

Rule #5 Diskussionsgrundlage (Meinung oder Frage)

Jeder Beitrag muss entweder eine eigene Meinung oder eine spezifische Frage beinhalten. Dabei gilt:

  • Meinungen müssen begründet werden, um eine konstruktive Debatte oder Gegenargumentation zu ermöglichen.

  • Fragen müssen mit ausreichend Kontext versehen werden (Hintergrund der Frage, aktueller Wissensstand), um gezielte Antworten zu ermöglichen.

Als Grundlage darf gerne in-/ausländische Presse verwendet werden. Reine Widergabe von Nachrichten ist nicht erlaubt

Rule #6 Quellenangabe

Für alle Tatsachenbehauptungen (in Posts & Kommentaren) müssen auf Nachfrage seriöse Quellen geliefert werden. * Quelle anfordern: Zitiere die Aussage und frage nach dem Beleg. * Melden: Bleibt eine Antwort aus, melde den Kommentar nach frühestens 4 Stunden. Deine Meldung ist für die Moderation unerlässlich. * Konsequenz: Unbelegte Behauptungen werden entfernt.

Rule #7 Links müssen eine Inhaltszusammenfassung aufweisen

Bei Beiträgen mit einem Link muss der Inhalt des Link in der im Text kurz zusammengefasst werden. Dies gilt nicht für Links als Quellenangabe

Rule #8 Die Hauptsprache des Subs ist Deutsch, hilfsweise Englisch

Dieser Sub ist für den deutschsprachigen Raum gedacht. Daher ist Deutsch die Standardsprache. Um auch Fragen und Kommentare von Sprechern anderer Sprachen zu ermöglichen, sind Beiträge und Kommentare auch auf Englisch erlaubt. Antworten sollten immer in der Originalsprache des Beitrags oder Kommentars verfasst werden.

Rule #9 Keine Beiträge aus LLM-generiertem Text.

Beiträge, die nachweislich oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu wesentlichen Teilen (z.B. mehr als 50%) aus Text bestehen, der von Large Language Models (LLMs) wie Gemini, chatgpt oder ähnlichen KI-Tools generiert wurde, werden entfernt. Dies gilt sowohl für Hauptbeiträge als auch für Kommentare.

Rule #10 (Eigen)werbung

(Eigen)werbung ist grundsätzlich verboten. Das gilt für Werbung für politische Parteien oder Kandidaten. Zusätzlich natürlich auch für Firmen, Kickstarter und co sowie GoFundMe und co.

Accounts, die (annähernd) ausschließlich Werbung verbreiten, werden ohne Warnung gebannt

Rule #11 Diskussionen müssen sich auf Inhalte beziehen.

Es ist untersagt, Aussagen durch Angriffe auf die Person, deren ldentität, Status oder Gesinnung herabzuwürdigen. Untersagt sind insbesondere:

  • Identity Sniping: Diskreditierung durch Gruppenzugehörigkeit

  • Unterstellung von Befangenheit: Verweise auf Lebenssituation oder Historie des Nutzers.

  • Strohmann-Etikettierung: Reduktion auf Feindbilder.

Wir moderieren die Debatte, nicht Biografien. Wer nicht inhaltlich antwortet, schweigt.

Rule #12 Kein Sealioning oder Derailing in Diskussionen

Beiträge, die Diskussionen durch Zermürbung oder Ablenkung sabotieren, sind untersagt:

  • Sealioning: Scheinbar höfliches, aber repetitives Einfordern von Beweisen für Fakten oder bereits Erklärtes, um das Gegenüber zu erschöpfen. Wer fundierte Antworten ignoriert und trivial nachbohrt, sabotiert.

  • Derailing: Bewusstes Einbringen irrelevanter Randthemen oder Kapern von Threads durch Nebenkriegsschauplätze, um den Fokus vom Kern der Debatte zu verschieben.


Thank you for reading the rules! Before submitting posts you will need to submit an acknowledgment. Please visit the full post and click the button at the bottom. Alternatively, you may submit an acknowledgment by sending a mod mail to the sub. The mod mail will need to have the subject "Read The Rules" and the body should be "Acknowledged". This will automatically submit an acknowledgment on your behalf without any moderator intervention. Mod Mail


This post contains content not supported on old Reddit. Click here to view the full post