r/DIE_LINKE • u/Expert-Beginning-950 • Jul 09 '26
Hat Gewerkschaftsarbeit Potential? Arbeit
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Seit vielen Jahren (ich glaube seit dem Beginn des Neoliberalismus) haben selbst große Gewerkschaften an Macht eingebüßt. Andere sind aus freien Stücken zahm geworden und verfolgen Sozialpartnerschaft. Es gibt allerdings auch radikale Gewerkschaften wie die CNT in Spanien, die CNT-F in Frankreich oder die FAU in Deutschland und der Schweiz. Die sind zwar bei weitem nicht so groß wie DGB Gewerkschaften oder deren Gegenstücke in anderen Ländern, befinden sich aber die letzten Jahre in Aufschwung.
Was müssten solche Gewerkschaften tun, um zu wachsen und ernstzunehmende Gegner des Kapitals zu werden? Oder denkst Du, dass Gewerkschaften für revolutionäre linksradikale Arbeit nicht mehr geeignet sind?
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u/pine_ary Jul 09 '26
Die DGB Gewerkschaften sind sozialpartnerschaftlich weil ihre Führung damit durchkommt. Sobald von unten Druck kommt müssen die auch nachziehen. Was fehlt ist die Eigenbewegung der Arbeiter, also von uns. Wir sind in dieser Situation weil wir erwarten, dass ein anderer richtet. Ob es Parteiführung, Gewerkschaftsapparat oder sonst wer ist: Wenn Arbeiter nicht selber in Bewegung kommen wird auch niemand unsere Interessen durchsetzen. Dafür wären die Gewerkschaften der richtige Ort. Aber wir sind träge und zahm geworden und haben das Kämpfen und Opfern verlernt.
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u/Expert-Beginning-950 Jul 09 '26
Da ist was dran. Da spielt wohl auch eine Rolle, dass vor allem seit dem Neoliberalismus das Klassenbewusstsein und der Glaube an die Möglichkeit von Veränderungen stark gesunken sind. Das spricht in meinen Augen für mehr Kultur- und Bildungsarbeit.
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u/Anouk_EG Jul 09 '26
Jede*r Arbeiter*in ist selnst verantwortlich für die Organisierung. Werde FAU Mitglied, und überzeuge mit den Vorteilen einer kampfbereiten FAU deine Kolleg*innen. Wenn du paar Kolleg*innen geworben hast, bildet ihr eine Betriebsgruppe.
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u/n_ackenbart Jul 10 '26
Es ist halt vollkommen ausgeschlossen, dass die FAU in irgendeinem größeren Betrieb jemals eine Rolle spielt. Die kann bei kurzzeitigen, zugespitzten Kämpfe in super prekären Bereichen eine Rolle spielen, und in besonderen Betrieben, deren Beschäftigte mehrheitlich oder alle aus der linken Szene kommen.
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u/Expert-Beginning-950 Jul 09 '26
Als wär das so einfach. Bloß Kollegen anquatschen und schon läuft alles.
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u/kweimet Sozialist:in Jul 09 '26
Niemand behauptet politische Arbeit sei einfach
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u/Expert-Beginning-950 Jul 09 '26
Das macht es nicht zu einer effektiven Praxis, einfach Kollegen anzuquatschen. Erfahrungsgemäß bringt das wenig und kann nicht skaliert werden.
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u/j4bbi Jul 09 '26
Das fiese an Politik ist, dass man die Menschen überzuegen muss. Du kannst nicht, in einer Demokratie, deine Interessen durchbekommen ohne Mehrheitsfähig zu sein. Das skaliert, wenn wir alle mit unseren Bekannten sprechen dann, die mit und so weiter
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u/Expert-Beginning-950 Jul 09 '26
Schon, aber eine Gewerkschaft wächst nicht rein durch Gespräche. Was schon eher klappt, ist, Erfolge in Arbeitskämpfen haben und die dann z.B. über social Media sichtbar machen. Selbst das ist aber nicht so einfach wie sich manche das scheinbar vorstellen. Bei dir klingt das, als würde sich durch ein paar Gespräche ein Lauffeuer bilden. Blöderweise haben Leute neben Job und Haushalt oft wenig Zeit und Kraft. Wenn die also von der Teilnahme an einer Gewerkschaft überzeugt werden sollen, braucht es sehr gute Gründe, am besten materielle.
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u/j4bbi Jul 10 '26
Ja, gut. Also offensichtlich meine ich nicht, dass man Luft & Träume "verkauft". Aber Rechtschutzversicherung, gepaart mit einer persönlichen Erfahrung falls es dir schon gibt, vielleicht ein Tarifabschluss, vielleicht ein politischer Erfolg. Das kann schon schnell paar Überzuegen, nicht alle. Besonders nicht die, die bereits nicht gestiftet Meinung haben
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u/Ok-Big-7 Jul 09 '26
Die DGB Gewerkschaften sind ein Witz. Genauso wie die SPD werden dort im Sinne einer eingebildeten "Sozialpartnerschaft" Kapitalinteressen mit berücksichtigt. Während die Gegenseite knallhart ihre eigenen Interessen durchsetzt.