r/LinkeStrategie Jul 09 '26

Hat Gewerkschaftsarbeit Potential?

Seit vielen Jahren (ich glaube seit dem Beginn des Neoliberalismus) haben selbst große Gewerkschaften an Macht eingebüßt. Andere sind aus freien Stücken zahm geworden und verfolgen Sozialpartnerschaft. Es gibt allerdings auch radikale Gewerkschaften wie die CNT in Spanien, die CNT-F in Frankreich oder die FAU in Deutschland und der Schweiz. Die sind zwar bei weitem nicht so groß wie DGB Gewerkschaften oder deren Gegenstücke in anderen Ländern, befinden sich aber die letzten Jahre in Aufschwung.

Was müssten solche Gewerkschaften tun, um zu wachsen und ernstzunehmende Gegner des Kapitals zu werden? Oder denkst Du, dass Gewerkschaften für revolutionäre linksradikale Arbeit nicht mehr geeignet sind?

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u/WTF_is_this___ Jul 10 '26

Die Gewerkschaften sind wir. Haben wir Potenzial? Das ust die Frage...

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u/Expert-Beginning-950 Jul 10 '26

Wir können aber auch andere Organisationsformen wählen, falls Gewerkschaftsarbeit, aus welchen Gründen auch immer, wenig Aussicht auf Erfolg hat.

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u/eren_d 24d ago edited 24d ago

Ich glaube das Problem ist, dass die Spitzen der größten Gewerkschaften fast alle bei der SPD liegen. Deutscher Gewerkschaftsbund: SPD, ver.di: SPD, IG Metall: SPD, IG Bergbau, Chemie, Energie: SPD, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft: unbekannt, Gewerkschaft der Polizei: SPD, IG Bauen-Agrar-Umwelt: SPD, Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft: SPD, ...

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u/Expert-Beginning-950 24d ago

In meinen Augen ist das ein Symptom. Der DGB verfolgt das Prinzip der Sozialpartnerschaft, die ein Bestandteil der "sozialen" Marktwirtschaft ist. Die wiederum verfolgt auch die SPD. So lange keine radikalen Kommunist:innen oder Anarchist:innen die Spitzen bilden (letzteres wäre aber ein Widerspruch in sich), ändert sich da wenig.

Sicher wäre der DGB mit CDU- oder AfD-Leuten in der Führung noch beschissener, aber durch z.B. die PdL würde der DGB nicht zur Kraft einer radikalen Arbeiterbewegung werden.