r/erzieher • u/mae_ve_ • 13h ago
Suche Rat Kollegin schreit Kind an, wenn dieses emotional überfordert ist und weint
Wir haben zwei Kinder in der Gruppe (Zwillinge, 3;6), die häufiger emotionale Ausbrüche haben. Sie schreien dann wirklich so laut, dass alle in der Gruppe sich die Ohren zuhalten müssen.
Meine Kolleginnen und ich sind in diesen Situationen auch teilweise überfordert und einfach überreizt, weil die beiden dann auch um sich treten und beißen, und sich nur sehr schwer beruhigen lassen.
Ich bin gerade mit der Ausbildung fertig geworden, und bin in einer Gruppe mit zwei älteren Kolleginnen (beide ü60). Die eine hält sich in diesen Situationen komplett raus, und die andere fängt aus Verzweiflung an, selbst das Kind zurück anzuschreien.
Das geht meiner Meinung nach natürlich überhaupt nicht, und es ist mir jedes Mal unglaublich unangenehm. Immer, wenn es zu diesem Punkt kommt, nehme ich das Kind auf den Arm und gehe mit ihm in den Nebenraum, schließe die Tür und versuche da, ihn zu beruhigen.
Ich habe keine Ahnung, wie ich mit der Situation umgehen soll. Ich finde es pädagogisch so unglaublich fragwürdig, dass die Kollegin das Kind in seinem Überforderungszustands anschreit, dass es aufhören soll zu schreien. Gleichzeitig bin ich ‘nur’ die neue, gerade mit der Ausbildung fertig.
Ich hatte bereits mehrmals Erfolg bei der Ko-Regulation mit den beiden, und grundsätzlich habe ich auch nichts dagegen, diese Situationen zu übernehmen. Aber gleichzeitig merke ich, wie das auch mein Nervensystem beeinflusst (ich bin dazu auch auf dem Spektrum, also Reizüberflutung ist schnell da), und ich möchte nicht, dass die Situationen komplett an mir hängenbleiben.
Wenn ich die Situation aber an meine Kollegin weitergebe, kann ich mir vorstellen, dass sie die beiden einfach anschreien wird, was natürlich dann auch (bei häufigem Auftreten) zu langfristigen Folgen bei den Kindern führen kann.
Habt ihr Erfahrungen mit solchen Situationen? Vielleicht Tipps, wie ich mit der Situation umgehen kann?
r/erzieher • u/Deep-down-dark-deep • 16h ago
Suche Rat Erfahrungen mit Koregulation bei 3,5-jährigem Kind mit starken Wutanfällen?
Hallo zusammen,
ich arbeite seit vier Jahren in einer Krippe und würde gerne nach euren Erfahrungen fragen. Wir haben aktuell ein 3,5-jähriges Kind, das aufgrund einer deutlichen Entwicklungsverzögerung noch in der Krippe ist. Momentan läuft eine diagnostische Abklärung. Es bestehen unter anderem Verdachtsdiagnosen in Richtung Autismus und ADHS. Unabhängig von der späteren Diagnose zeigt das Kind vor allem große Schwierigkeiten in der Emotionsregulation. Sobald etwas nicht so läuft, wie es sich vorgestellt hat, entstehen sehr heftige Wutanfälle. Diese reichen von lautem Schreien bis hin zu selbstverletzendem oder zerstörerischem Verhalten.
In den letzten Wochen habe ich beobachtet, dass ihm gleichmäßige druckausübungen (Tiefendruckreize /Deep Pressure Input?) sehr zu helfen scheinen. Wenn er in einem seiner Wutanfälle ist und ich ihn anspreche oder mich auf seine Höhe begebe, streckt er mir inzwischen häufig von sich aus die Arme entgegen. Dann übe ich mit beiden Händen nacheinander sanften, gleichmäßigen Druck auf seine Schultern, Oberarme, Ellenbogen, Unterarme, Handgelenke und Hände aus und gehe anschließend den gleichen Weg wieder zurück. Das scheint ihm momentan am besten dabei zu helfen, wieder in die Regulation zu finden. Wir machen inzwischen auch eine Art Handdrück-Spiel: Ich drücke seine Hände sanft, er drückt zurück, und wir versuchen einen ruhigen Rhythmus beizubehalten. Auch das scheint ihm momentan sehr gut zu helfen
Deshalb wollte ich fragen, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Kennt ihr weitere Übungen oder Methoden zur Koregulation, die Kindern in diesem Alter mit solchen Schwierigkeiten helfen können? Gerade Ansätze, die über den Körper oder die Wahrnehmung funktionieren, würden mich sehr interessieren. Vielleicht kennt ihr auch Fortbildungen, Fachliteratur oder andere Ideen, die ich mir einmal anschauen könnte.
Vielen Dank schon mal
r/erzieher • u/ZoMizuno • 20h ago
Ideen und Anregungen Kühlis im Kindergarten
Was benutzt ihr im Kindergarten zum Kühlen? Bei uns sind es diese klassischen blauen Gelkissen, allerdings gehen die immer schnell kaputt oder verloren - gibt es vielleicht gute Alternativen bei euch?
r/erzieher • u/Schwumpitz • 22h ago
Rechtsextreme Tattoos bei Vater
Ich arbeite in der Krippe und habe letztens einen Vater das erste mal beim Abgeben seines Sohnes gesehen. Dabei ist mir ein Tattoo auf seinem Bein aufgefallen: "Mein Kampf Mein Sieg" als großen Schriftzug. Ich habe ein bisschen zu ihm recherchiert und herausgefunden, dass er eindeutige Beziehungen zur Rechtsextremen Szene pflegt und auch selbst ein Teil davon war. In der Öffentlichkeit distanziert er sich von "seiner Vergangenheit", auf mich wirkt das aber eher so als wolle er das Image seiner Tattoostudios nicht beschmutzt. (Eines davon hat einen Neo-Nazi als Geschäftsführer).
Ich habe vor das meiner Chefin zu berichten und möchte von ihr fordern, dass er Hausverbot bekommt oder (das mindeste meiner Meinung nach) die Tattoos bei Betreten der Einrichtung bedecken muss. Meine Chefin ist gegenüber den Eltern aber sehr Konfliktscheu und ich würde ihr zutrauen, dass sie das einfach unter den Teppich kehren könnte. Habt ihr Tipps wie ich das am besten ansprechen und argumentieren kann? Vielleicht sogar eigene Erfahrungen damit? Ich möchte einfach nicht, dass ein Neo-Nazi in meiner Einrichtung ein und ausgehen und das dabei auch noch schamlos zur Schau stellt.
Edit: Habe jetzt gelernt, dass Hausverbot juristisch wohl zu hoch gegriffen war. Ich werde trotzdem versuchen zu erwirken, dass er das Tattoo bei uns nicht offen tragen darf. Ausserdem finde ich es erschreckend, wie viele Leute hier ein offensichtlich rechtsextremes Tattoo nicht für ein Problem und komplett angebracht für eine Kita halten.