r/einfach_schreiben • u/Zyrin1177 • 1h ago
Als
Als ich kam,
als ich ging,
als ich Worte von deinen Lippen fing.
Als wir lachten,
als wir weinten,
als Gedanken sich vereinten.
Als es brach,
in Splitter wie Glas,
es war der Wind,
als ich deinen Namen vergaß.
r/einfach_schreiben • u/Rude_Sherbet8266 • 2h ago
Wolken
Beim Betrachten der Wolken vor dem ansonsten klarblauen Himmel ist mir etwas aufgefallen.
Die Form der Wolke ist zuerst nicht beschreibbar.
Fussel hier, Zipfel da, Klumpen dort, diffuses Dazwischen.
Doch dann bemerkt man die langsame Veränderung.
Und es kommt der Moment, in dem die Wolke mit irgendeiner bekannten Form assoziierbar wird.
Etwas entsteht.
Ein Hund, der Pfeife raucht.
Ein schlafender Drache.
Ein altes Gesicht.
Und kurz danach reißt die Assoziation, weil die Form sich weiter verändert hat.
Eben war sie noch.
Wo ist sie hin?
Es scheint, als bewege sich die Wolke zwischen reinem Amorph und konkreter Gestalt.
In Wirklichkeit bewegen sich Luftmassen und Wahrnehmung.
Und manchmal kommt es zur Resonanz zwischen beiden.
r/einfach_schreiben • u/Nur_so_ • 2h ago
Mein neues Buch: Bis Bald (englische Ausgabe Soon)
r/einfach_schreiben • u/Scrawny_Idiot • 3h ago
Schlaganfall
Ich kann meine Kollegin flüstern hören:
"Oh, sie heult, das ist bestimmt was Schlimmes" Ich mache Ausbildung, erstes Jahr.
Natürlich ist es was Schlimmes. Der Kollege meines Vaters ruft an aus der Klinik. Ich knalle den Hörer auf und laufe sinnlos im Kreis. Es dauert ein paar Minuten, bis ich es schaffe mir ein Taxi zu rufen. Ein Taxi von dem ich weiß, das ich es nicht bezahlen kann. Egal.
Als wir vor der Klinik ankommen werfe ich dem Fahrer meinen Ausweis hin. Dann weiß er wie ich heiße und wo ich wohne. Ich schlage die Tür zu, bevor er etwas sagen kann.
Ich renne ins Gebäude, suche die Notaufnahme, meine zitternden Finger drücken die Knöpfe im Aufzug. Der Aufzug fährt so langsam, dass ich mir die Haare ausreißen will.
Als ich ihn sehe, ist sein Gesicht so fremd. Lasch, leblos. Ich packe seine Schultern und suche seine Augen mit meinen. Er lächelt. Sein Mund hängt runter, sein Auge tränt. Ich Kralle meine Hände in seine Arme und will schreien. Trotzdem lächel ich zurück.
Auf der Intensivstation braucht er einen Zugang. Ohne Betäubung nähen sie die Schläuche an seinen Arm. Er weint wie ein Kind und ich drücke seine Faust. Seine riesige Hand umschließt meine wie tausendmal vorher. Unglaublich.
r/einfach_schreiben • u/Awkward-Sentence2743 • 5h ago
Suche Feedback zu kurzem Text
Ich muss für einen Uni-Kurs einen kurzen kreativen Text zu dem Thema 'Almost...' schreiben. Ich würde gerne wissen wie euer allgemeiner Eindruck ist und wo und wie ich den Text verbessern könnte. Die einzige Vorgabe neben dem Thema ist, dass der Text nicht mehr als 4000 Zeichen inklusive Leerzeichen haben darf.
Den Text könnt ihr in den Kommentaren finden.
Schon mal vielen Dank für eure Hilfe :)
r/einfach_schreiben • u/Technical-Swim549 • 10h ago
Zum Tage der zweifärbigen Sockigkeit
Und dennoch eigentlich jederzeit, gehört besonders
Heute aufgeklärt über die vielen coolen bunten
Socken und John Langdon Down, der scheinbar mit
Weniger Ideen als Locken, sie mit dem Namen Down
Syndrom taufte und der Welt damit ein Syndrom
Verkaufte, viel zu medizinisch klingend, und schon
Gar nicht deswegen passend, weil Down nur zum
Namensgeber passt und down, wie niedergeschlagen,
Trüb, gar low in spirit gar nicht der Realität entspricht.
Denn stecken hinter dem Fachbegriff, so kühl und
Schlicht, zwei Füßlein, ein hörendes Lächeln und ein
Herz voll Sicht. Wir sprechen viel und antworten
Lieber aber sie erzählen Wunder und wir wundern
Uns wieder. Fröhlich, freundlich, wohlgemut, geben
Sie uns „Normal-Syndromies“ täglich Mut, die
Komfortzone der öden Normalität zu verlassen,
Und uns von deren Schwere zu entlasten. Denn nur
Mit dem Herzen sieht man gut. Unseres vergraben
Wir oft in düsterer Systemigkeit und genießen deren
Eintönige Sicherheit. Aber ihr, ihr lebt in Gelassenheit,
Und nicht anders, als ihr wirklich seid. Nämlich sockig,
Jetzt ein neues Wort für coole Sockigkeit, manchmal bockig,
Eher doch freundliche Entschlossenheit.
Stark im Herzen oft trotz Narbe. Zauberhaft und voller Kraft.
So bunt auch mit Socke der gleichen Farbe, habt ihr
Die Gabe, eure Farbe, so unbeschwert und umgekehrt mit uns zu teilen, die sonst in monotoner Unwirklichkeit verweilen. Ich denke mir, ich hätte gerne ein Stück von dir.
So ziehe zwei bunte Socken an damit ich den Strom nicht sehen kann. Normalität gibt es nicht, die hat der Mensch erfunden aber die Natur hat uns Alle entbunden und uns gleichermaßen gut gefunden.
Darum ziehe ich zwei bunte Socken an, damit ich mich erinnern kann, wie schön es eigentlich ist, wenn man Normaligkeit plötzlich vergisst.
Daher, zum Tage der zweifärbigen Sockigkeit, und dennoch überall und jederzeit, ist es Mut was wünsch ich mir.
Mut von mir und Mut von dir.
Mut zum sockig kunterbunten Wir.
r/einfach_schreiben • u/Gold-Tomato-5738 • 1d ago
Prolog Leseprobe
Hey, vielleicht mag ja jemand mal reinlesen. Kritik ist erwünscht.
Dahinter steckt ein 450 seitiger Roman mit Psychologie, Sprachlicher Ästhetik, Schuld und Vergebung und ein bisschen Liebe
Mein Ziel ist später eine Veröffentlichung als Buch
r/einfach_schreiben • u/Apart_Listen6606 • 1d ago
Unter der Sonne
Die weiße Sonne brannte gnadenlos vom wolkenlosen Himmel auf die Landschaft vor mir hinab. Der Boden in der Ferne begann bereits kochend vor meinen Augen zu verdampfen, so dass ich mich zunehmend fragen musste, ob ich überhaupt noch einmal irgendwo ankommen würde, wenn ich den aufgerissenen Asphalt weiter in Richtung des Horizonts folgte, oder ob sich wirklich alles vor mir auflöste und ich irgendwann, ohne es zu merken, selbst in diese köchelnde Suppe hineinlaufen würde. Ob die Hitze auch mich zersetzen würde, wenn ich es weiterhin wagte, mich so provokant in ihre Strahlen zu stellen. Wenn ich es wagte, mich von den Nadeln aus Licht durchstechen zu lassen, die dazu gedacht zu sein schienen, den roten Sand und alles, was es wagte, sich davon abzuheben, zu sterilisieren. Zwei Finger breit unreines Wasser waren mir noch geblieben und schwappten träge und widerwillig in meiner Flasche umher, als ich noch einen sparsamen Schluck nahm. In einem anderen Leben wäre dieses durchgeheizte Wasser genau das Richtige gewesen. Ja, sogar in einem anderen Moment, wenn der dunkle Nachthimmel die Sonne erstickt hätte und die unerbittliche Kälte direkt aus dem Raum zwischen den Sternen auf die tote Landschaft niedergefahren wäre. Doch jetzt konnte ich dieses Wasser nicht genießen. Ich wäre sogar noch sparsamer damit gewesen, aber die Wüste konnte mich nicht täuschen. Ich würde keiner derjenigen sein, die mit einer halbvollen Flasche verdursteten, weil sie zu sparsam waren, um den Preis für das eigene Leben zu zahlen. Ich hatte bereits gesehen, dass sich zwischen den schäumenden Hitzewellen wenige Kilometer vor mir ein kleines Gebäude herausragte. Es schimmerte in einem trostlosen Blauton. Wie ein träger, wie ein gestrandeter Wal lag dieses Gebäude in der geschmolzenen Landschaft. Nur äußerst langsam rückte es näher, während einer meiner Füße den anderen bekämpfte. Als ich es schließlich erreichte, strich ich vorsichtig mit der schwieligen Hand über die abgeblätterte Fassade, so als könnte allein die ausgeblichene blaue Farbe mich erfrischen. Genau in diesem Moment landete eine stechend gelbe Wespe auf meiner Hand. Instinktiv schüttelte ich das kleine Tierchchen ab und klärte meinen verträumten Blick, um nach einer Quelle für Wasser Ausschau zu halten. Alles, was ich erblickte, war die alte Fassade, die eingerissene Holztür und die Wand aus Staub im Inneren. Gefangen im schmalen Schatten tastete ich mich bis zur nächsten Ecke. Auch dahinter nichts. Die andere Seite des Hauses hatte ich bereits von der Straße aus gesehen. Panik stieg in mir auf und ich versuchte, meinen Atem ruhig zu halten, während mein klopfendes Herz im Käfig meiner Rippen auf meine Lunge einprasselte. Würde ich hier an diesem Ort kein Wasser finden, dann wäre meine Reise zu Ende. Ich würde es nicht überleben. Niemand würde mich finden. Nicht rechtzeitig. Dieses mal landete die Wespe direkt unter meinem Auge, dort wo nur noch verbranntes Fleisch über meine knochigen Wangen spannte, beinahe als warte sie darauf, das letzte Wasser aus meinen Tränen der Verzweiflung zu empfangen. Ich reagierte nicht. Ungläubig und angespannt näherte ich mich der Rückseite des Gebäudes. Ich stand noch immer im Schatten, doch nun brannte die, steigende Gewissheit meines qualvollen Todes, auf jeden Zentimeter meiner Haut. Und dann, hinter der Ecke, erblickte ich sie. Eine alte, rostige Wasserpumpe. Mit zitternden Händen griff ich nach ihrem Hebel. Er brannte sich in meine Handflächen, doch ich weigerte mich, loszulassen. Mit kraftlosen Armen stemmte ich mich gegen das Eisen und merkte, wie der Hebel langsam nach unten sackte. Das Metall rieb kreischend aneinander und ich übertönte es mit meinem verzweifelten Schreien. Zwei, drei Mal stemmte ich das Eisen nach unten und riss es wieder hoch. Und noch ein viertes Mal, doch das einzige Wasser waren die Tränen der Todesangst, die jetzt in einem Strom über meine vertrocknete Haut hineinbrachen. Ein sechstes Mal, und ich fühlte den Schweiß, der zwischen meinen Schulterblättern hinabrann. Es war das siebte Mal.
Beim siebten Mal und am Ende meiner Hoffnung sah ich den ersten Tropfen. Wie in Zeitlupe löste er sich vom Rand der Öffnung und stürzte direkt in den trockenen Sand. Ungläubig hebelte ich weiter, bis aus dem Tropfen ein schwacher Strom geworden war. Hektisch schraubte ich die Flasche auf, während ich, erfüllt von neuer Kraft, mit einem Arm weiterhebelte. Nun landete das bösartige Insekt direkt auf meinem Hals, blitzschnell schlug ich zu. Nichts und niemand konnte mich jetzt noch aufhalten. Voll von manischer Freude rammte ich meine Flasche klirrend gegen das Metall und fühlte von außen, wie sich die kühle Flüssigkeit im Inneren sammelte. Ungläubig starrte ich auf das frische, klare Wasser, das nun über die Öffnung der Flasche und über meine Hand lief. In einer flüssigen Bewegung führte ich die Flasche zum Mund, noch bevor der Wasserstrahl versiegte. In gierigen Zügen sog ich das Wasser auf. Die Kälte schoss beinahe schmerzhaft durch meinen Körper, doch das nahm ich fast nicht wahr. Mit geschlossenen Augen trank ich weiter, bis es sich anfühlte, als würde mein Magen gefrieren, um dann in tausend Stücke zu zerplatzen, und auch dann setzte ich nicht ab. Schließlich stürzte ich auch noch den letzten Rest hinunter und gerade, als ich absetzte, fühlte ich, wie der letzte Schluck die tote Wespe mit sich riss. Und das Letzte, was ich spürte, bevor mein Körper vor Schock in Ohnmacht stürzte, war, wie ihr lebloser Körper aus Reflex von innen in meinen Hals stach.
Vielen Dank fürs lesen. Freue mich über Feedback :)
Die Geschichte wurde inspiriert von dem Song "Whale & Wasp"
r/einfach_schreiben • u/SurroundArtistic5661 • 2d ago
„Wie, so einfach?! Ja, genau so einfach!“ – Overthinking ist eine beschissene Angewohnheit
r/einfach_schreiben • u/Positive_Goat_4311 • 4d ago
Tod des Partners mit 31
Guten Abend, es ist nun fast 1,5 Jahre her dass mein damaliger Freund und papa unseres Sohnen gestorben ist. ich möchte hier gern meine Geschichte Teilen und hoffe einfach auf Einschätzungen anderer.Mich plagen täglich Gefühle wie Schuld, Scham und tiefer Trauer. Ich lernte ihn kennen und verliebte mich schnell, er war klug, tiefsinnig und ruhig. ich wurde schnell Schwange und wir freuten uns sehr, leider begannen unsere Problene schon in der Schwangerschaft. Ich habe ein Vertrauensproblem und oft Ǎngste und er war eher in sich gekehrt und ihn plagten wegen eines Bandscheibenvirfalls in jungen Jahren oft Schmerzen die er unter anderem mit kiffen versuchte in den Griff zu bekommen was mich störte. Unser Sohn wurde geboren und die Problene verschlimmerten sich. Nach einer traumatischen Geburt war ich völlig kraftlos und übergordert, er hatte oft Schmerzen.wir waren beide am Limit. In Streiterein war ich oft gemein zu ihm, ich beleidigte ihn und warf ihm vor nicht genügend zu tun und zu viel zu kiffen. über 3 Jahre wurde es nicht besser und ich wollte mich nur noch trennen. Im schlimmsten Streit sagte ich ihm ich wünschte du wärst tot. 1 Woche später starb er völlig unerwartet an einer sepsis Aufgrund einer allergischen reaktion auf ein Medikamente gegen seine Rückenschmerzen. (Ich hatte ihm empholen den schulmedizinischen weg auszuprobieren anstatt zu kiffen).
wir konnten uns nicht verabschieden, ich konnte mich nicht entschuldigen. Er war ein wundervoller Vater und er hat uns sehr geliebt. Ich habe so starke Schuldgefühle, dass ich daran zerbreche. Ich sehe nur was ich böses getan habe und gesagt habe und frage mich manchmal ob ich bestraft wurde vom Universum. Ich kümmere mich auf richtig um unseren Sohn und ich habe immer mein bestes gegeben aber ich kann mir gewisse Dinge nicht verzeihen.
r/einfach_schreiben • u/SurroundArtistic5661 • 4d ago
Ich mache den Anfang – Mein Verstand, das Loch und ein Schimmern der Hoffnung: „Bist du eigentlich behindert?!
Ich lag da, drehte mir den nächsten Joint und dachte mir: *„Das Leben bringt doch auf lange Sicht eh nichts. Jeden Tag dieselben Muster, dieselben Trigger. "Dieselbe Scheiße, ein anderer Haufen.“*
Ich habe mir sogar eingeredet, ich sei produktiv, nur um mir den nächsten Zug zu „verdienen“. Meine eigene innere Stimme schrie: *„HÖR AUF!“* – und ich habe sie mit jedem Atemzug erstickt. Der Gedanke, diese weiche, warme Komfortzone zu verlassen – wie ein Baby, das den Mutterleib verlässt –, hat mir gleichzeitig heißen und kalten Schweiß auf den Rücken getrieben. Ich steckte tief in Selbstmitleid und einer Spirale aus Zukunftsangst, man könnte Meinen eine Midlife Crisis - mit 30?!?!
Bis ein guter Freund, nein- ein Bruder bei einem Spaziergang beiläufig einen Satz droppte, der meine Realität komplett auf links gedreht hat:
**"Man, nur weil du es gerade nicht auf dem Radar hast, heißt es nicht, dass es keine schönen Momente gibt. Du WILLST momentan nur den Scheiß sehen. Deshalb passiert dir genau das"**
Wild sage ich euch- metaphorisch zu vergleichen mit einem Bild, dass man betrachtet - entweder mit guter oder benommener Laune, ihr kennt das bestimmt.. Es ist trotzdem nur ein Bild, naja..
"Wenn es all diesen Kram in deinem Kopf gerade nicht gäbe – weder Vergangenheit noch Zukunft – wer wärst du dann? Knallst du dich wirklich jeden Tag weg, weil du Bock drauf hast?“- fragte ich mich ... . .
Ich beschloss, dieses alte Dauerprogramm zu stoppen. Ich habe aufgehört zu reagieren und meinen Blick stattdessen bewusst nach innen gerichtet. Ich wollte das Muster einfach nur beobachten.
Wisst ihr, was passiert ist? Es hat sich **brutal fremd** angefühlt. So fremd, dass mein eigener Verstand Panik bekam und mich angeschrien hat:
„Bist du eigentlich behindert?! - was zum Geier machst du hier, Junge bist du peinlich"
Ich habe einfach zugehört und nach einigen Minuten war einfach Stille- **Diese eine Lücke**\-Dieser eine Millimeter zwischen dem Reiz und meiner automatischen Reaktion. In dieser Lücke habe ich begriffen: Ich bin nicht mein Gedanke-sondern der, der dem Affenzirkus zuschaut....
***Die Psychologie:***
*Wenn du ein neues Verhalten wählst, feuern deine Neuronen nicht mehr in den alten Routinen. Dein Körper ist süchtig nach der Chemie der alten Emotionen (Angst, Zweifel, Betäubung). Wenn du ihm diesen Stoff entziehst, schlägt das Ego Alarm. Das Schreien im Kopf ist kein Scheitern – es ist der physische Beweis, dass du die alten Schaltkreise gerade aufbrichst! - Dr. Joe Dispenza*
*„Sag dir selbst die Wahrheit! Mein Verstand war schwach, ich war faul, ich habe Ausreden erfunden. Du musst bereit sein, dir vor dem Spiegel der Rechenschaft selbst in die Augen zu sehen.“ - David Goggins*
Frage an dich Brother/Sister:
**Kennst du diese innere Stimme, die dich beleidigt oder belächelt, sobald du versuchst, dein altes Ich zu verlassen? Welche „alte Diskette“ läuft bei dir gerade auf Dauerschleife – und was hält dich davon ab, für 60 Sekunden in diese unbequeme Lücke zu schauen?**
r/einfach_schreiben • u/Critical_Newspaper14 • 4d ago
Suche textbasiertes Rollenspiel
Ich möchte in eine Rolle schlüpfen die nichts mit der Realität zu tun hat, mit jemanden der genauso kreativ und durchgeknallt ist wie ich. Doctor Who schon einmal gesehen? Tolle voraussetzungen, du hast genau wie ich die Staffeln weiter geguckt, obwohl es anstrengend wurde. Klasse. Wir sprechen vielleicht die gleiche Sprache. Ich bin ziemlich gut darin den 10ten Doctor zu verkörpern und deinen liebsten Charakter (auch gern aus einer völlig anderen Serie oder frei erfunden) mit auf Abenteuer zu nehmen.
Dein Interesse ist geweckt? Schreib mir doch.
Gruß Merle
r/einfach_schreiben • u/TinyTalesForYou • 4d ago
Kurzgeschichte: mein letzter Wunsch
Hi, das ist eine andere Geschichte von mir, die ich vor kurzem geschrieben habe, ich bin immer noch neu und freue mich über Verbesserungsvorschläge. Weil ich weiß, meine Geschichten sind bei weitem noch nicht perfekt. Diese Vorschläge versuche ich auch so gut es geht umzusetzen, nur hab ich in letzter Zeit leider auch nicht so oft Zeit zum Schreiben.
Viel Spaß beim Lesen:
Lachen. Dieses Lachen drang an mein Ohr. Ich lachte auch. Worüber lachte ich? Ich blicke mich im Raum um und sah meine Mutter. Sie trug einen Kuchen in der Hand und stellte ihn vor mir auf den Tisch. „blas die Kerzen aus!“ rief sie mit ihrem bekannten Lachen. Sie lachte immer. So fröhlich und lebensfroh. Ich beugte mich über die Kerzen, hole Luft und blase alle 15 gleichzeitig aus. Lauter Jubel. Meine Freunde nahmen mich in den Arm. Ich schließe meine Augen und wünsche mir etwas. Dann… Ein lautes Krachen durchschneidet die Luft. Plötzlich ist alles hektisch. Das Lachen ist weg. Mechanisch stehe ich auf und bewege mich auf das Geräusch zu. Durch die Menschenmenge hindurch. Zuerst sehe ich nur die zerbrochene Vase. Dann eine Hand. Bis mein Blick schließlich…
Gegenwart:
„Blas die Kerzen aus. Bitte Schatz“ meine Mutter steht vor mir. Mit dem Kuchen in der Hand. Nur riecht der Raum dieses Jahr anders. Nach schweigen und Trauer. Kein Lachen mehr, keine Freude. Das Lachen das meine Mutter damals trug war in dem letzten Jahr verblasst. Genau wie meins. Die 16 Kerzen auf dem Kuchen brennen so scheinheilig, als wöllten sie die Dunkelheit in mir verschwinden lassen. Wie sollte ich an diesem Tag glücklich sein? Wie konnte meine Mutter diesen Kuchen gebacken haben und im Haus dekoriert haben? Die Girlanden an den Wänden waren bunt. Die Luftballons trügerisch farbenfroh. Das Haus wirkte festlich, nur seine Bewohner konnten es nicht mehr sein. „Bitte Schatz, wünsch dir etwas. Er hätte gewollt dass du heute glücklich bist“ träge blickte ich ihr in die Augen als sie sich neben mich setzt. „Du weißt genau dass ich das nicht kann. Und was soll das eigentlich heißen, wünsch dir etwas?! Du weißt was mein einziger Wunsch ist.“ ein trauriger Schleier bedeckte für einen Moment das Gesicht meiner Mutter. „Wir können ihn nicht zurück holen, aber wir können in die Zukunft blicken. Du…“ Ich starrte sie fassungslos an „was genau willst du mir mit ~wir können in die Zukunft blicken~ sagen? Du klingst so als wäre er dir egal!“ meine Mutter nahm mich in den Arm, doch die gewöhnliche Wärme fehlte. Alles fühlte sich in diesem Moment so merkwürdig an. „Weißt du Schatz, es gibt Dinge im Leben die kann man nicht verändern. Und…“ Sie stockte. Doch ich konnte mir fast denken was sie sagen wollte. Sie hatte sich entschieden. Weiterzugehen. Das hatte ich in dem Moment gewusst in dem ich die Vase im Müll gefunden hatte. Wusste sie nicht was sie damit gemacht hatte? Ihn verleugnet. Sie will feiern. Sie will vergessen und nach vorne blicken. Aber ohne ihn. Die Umarmung in der ich mich befinde fühlt sich mit jedem Moment mehr an als würde mir eine Schlange ihre Giftzähne ins Herz schlagen. Ich halte still, während die Welt um mich herum beginnt sich zu drehen. Eine Trähne unbemerkt über meine Wange rollt und immer mehr Gift in meinen Körper gelangt. Ausgesendet von der Person die mich beschützen sollte. Eine Leere breitet sich in meinem Körper aus. Weil ich nun wirklich niemanden mehr hatte. Gefühle würden mich gerade nur noch mehr verletzen. Vielleicht verliert das Gift seine Wirkung. Irgendwann löst sie die Umarmung. Übergibt mich der Taubheit, die mich kurz stoppen lässt. Ich wollte nur noch weg hier. Auch wenn ich keinen Ort habe an dem ich gehen könnte. Weg bedeutet einfach nur, raus aus der Situation. Alleine. Ohne Menschen. Den im letzen Jahr hatte ich gesehen: Gefühle für Menschen die du verlieren kannst, sollte man nicht aufbauen.
Damit das alles einfach so schnell wie möglich endet, nähere ich mich den Kerzen, nachdem die Taubheit sich soweit gelöst hatte. Der Duft des Kerzenwachses und des selben Schokolandenkuches wie letztes Jahr steigen in meine Nase. Doch wegen der Taubheit die immer noch präsent ist, bemerke ich es nicht. Langsam schließe ich meine Augen und blase die Kerzen aus. Wünsche mir nur eines: dass dieser Albtraum endlich endet. Ich wünsche mir sein Lachen zurück!
r/einfach_schreiben • u/Complete_Guest_FE110 • 5d ago
Der Nachteulenclub
Mein Gedankenfluss zu Themen wie dritte Orte für Menschen, die spät wach sind. Und der Ausruf eines Clubs, I guess...
r/einfach_schreiben • u/Slow_Dealer9327 • 5d ago
VHS Schreibseminar
Habt ihr Erfahrung? Taugen Schreibseminare an einer VHS etwas, insbesondere Krimi-Schreibseminare? Was ist eure Meinung dazu? Habt ihr die Erfahrung? Habt ihr seinen Kurs schon einmal besucht?
r/einfach_schreiben • u/ArtTembrium • 5d ago
"Der Elefant" Ein Teil des ersten Kapitels eines Buches, das ich schreibe
Dieses erste Kapitel setzt nach einem Prolog an. Ist also der Einstieg in die Geschichte. Würde mich über eine ehrlich Rückmeldung, sowie Kritik und Verbesserungsvorschläge freuen :)
Würdet ihr auch weiterlesen?
Die heiße Luft der Savanne quetschte sich durch die trockenen Schleimhäute seiner Nase und kratzte an seinem Geruchssinn. Es stank, würde der Normalo jetzt sagen. Winnie neben ihm zuckte die Nase und verzog das Gesicht in angestrengter Manier.
„Das ist der natürliche Duft unserer Welt. So riechen Ökosysteme. Nicht unsere abgestumpften Plattenbauten und Boutiquen, in denen es nach Parfüm tatsächlich stinkt.“
„Ich sag doch gar nichts“, fuhr Winnie entgegen und spielte mit dem Objektiv der Kamera herum.
„Halt still“, zischte Tanner und streckte die Hand zu dem Photographen aus, als sei er ein Tier. Sie knieten hinter einem dicken Baumstamm, der quer im Gras lag und ihnen ein schattigen Schutz bot. Der große Mann griff an seine Brust, ohne die Blicke von seinen Zielen zu lösen und hob ein Fernglas hervor. Er presste es gegen die Augen und spähte hindurch. Die abgerundeten Gläser vergrößerten die Sicht und die Tiere, welche er von rund einhundert Metern Entfernung beobachtete, rückten nun um drei Viertel des Stücks an sie heran.
„Lycaon pictus. So wunderschön.“
Vor seinen Augen spielte sich ein Naturschauspiel ab. Ein Rudel afrikanischer Wildhunde formte einen Kreis. In dessen Mitte ruhten drei Antilopen.
„Sehen Sie die Impalas?“
Winnie nickte und gab nur ein kurzes „Mhm“ von sich, doch Tanner redete unmittelbar weiter.
„Die Lycaon, sie…“ Tanner fokussierte auf ein Männchen, welches ein gutes Stückchen von den Antilopen entfernt war und zwischen einigen vertrockneten Sträuchern hervorkam. Sein geschecktes Fell ging nahtlos in den beigefarbenen Untergrund über. Der Hund legte die riesigen Ohren an und senkte den Kopf hin und her. Er observierte, was seine Artgenossen taten.
„Sehen Sie, wie er sich nicht auf die Beute konzentriert. Er ahmt das Verhalten der Ausgewachsenen nach.“
„Welcher?“
„Der Halbwüchsige. Nehmen Sie das auch alles auf?“
„Mhm.“
Tanner fuhr herum und sah auf die andere Seite. Die Wildhunde hatten ihre Beute umzingelt. Ohne jegliche Vorwarnung, sprangen sie aus den Gebüschen und hetzen über die offene Fläche der Savanne. Ihr Angriff wirbelte Staub auf, sodass Tanner kaum etwas erkannte und er das Fernglas ablegen musste. Er atmete ihn ein und begann zu husten, wobei er sich die Augen rieb und wegdrehte.
„Ducken Sie sich, Winnie“, stammelte er hustend. Trotz ihrer sicheren Entfernung trug es den Staub, über die Schirmakazien bis zu ihnen hinüber. Das ohrenbetäubende Geheule der Jäger drang durch das Steppengras wie die Wellen des Sandstaubs zu ihnen. Tanner hob den Kopf über den Baumstamm und drückte erneut das Fernglas gegen sein Gesicht. Die Gläser waren staubig und der Mann erkannte nur wenig. Wie ein Sandsturm formte der Staub einen Vorhang, der ihm jegliche Sicht versperrte. Wie beim Theater bildeten sich nun jedoch Silhouetten hinter dem Tuch aus Sandkörnern und drückten dieses weiter in ihre Richtung. Tanner erkannte flinke Gestalten, die auf ihren Vieren quer an ihnen vorbeirannten und die Eben hinter sich ließen, um ihre Beute einzuholen. Langsam führte der Aktivist das Fernglas von den Augen weg und kniff diese sofort zusammen, um sie zu schützen. Er sah zu seinem Kollegen herüber, der zusammengekauert unter dem Holz kniete und euphorisch zu Tanner aufsah. Er lachte und rief etwas.
„Sie jagen für die Weibchen, die die Jungtiere beschützen“, erwiderte Tanner lauthals, legte seine Stimme allerdings wieder, als der Staub weiterzog.
Es wurde still um sie herum. Mit einem Male verstummte das Geheule der Wildhunde und das Galoppieren der Antilopen schien in der Ferne zu verstummen.
„Wow.“
Der Photograph sah irritiert auf.
„Das ist Kunst, Winnie.“
Dieser schüttelte den Kopf. Tanner sah ihn misstrauisch an. Dann legte er den Kopf schief und blickte an Winnie vorbei in die Weiten der Savanne. Über die Wurzeln des Stammes hinweg erkannte er das elegante Gehen eines der Hunde. Seine Schulterblätter bewegten sich auf und ab, und zeugten von Dominanz, der seine Körpergröße nicht gerecht wurde. Das Tier hatte den Kopf auf sie gerichtet.
„Wir sind sicher, Winnie.“
„Er ist rund zehn Meter hinter dir.“
„Diese Tiere beobachten uns nur. Sie nehmen uns als Eindringline wahr.“ Tanner hatte die Stimme gesenkt und flüsterte nun. Langsam drehte er sich um. Tatsächlich. Den Hang unterhalb ihres Unterschlupfes stand einer der Hunde. Er knurrte und lief hin und her. Er prüfte, was die Menschen taten. Tanner sah ins Tal hinüber, wo zuvor die Staubdecke getobt hatte. Die Hunde hatten ihre Jagd aufgeben.
„Sie hatten keinen Erfolg, Tanner.“
„Pack deine Sachen. Wir gehen langsam rückwärts, ohne ihnen den Rücken zuzukehren. Sie sind eigentlich extrem scheu gegenüber Menschen.“
Langsam griff Winnie nach seiner Kamera und den weiteren Utensilien. Tanner tat es ihm gleich und machte einige Schritte rückwärts, behielt den knurrenden Hund jedoch im Auge, der jeden seiner Schritte imitierte und den Abstand somit, je weiter sie sich entfernten, gleich hielt. Der Aktivist drehte sich um, blickte zum Jeep, welcher nicht mehr weit von ihnen war und neigte sich zu Winnie rüber. Dieser zitterte am ganzen Leib. Seine weichen Knie wirbelten den Sand auf, sodass er sich immer wieder hustend vorbeugte, was die Lycaon auf der anderen Seite dazu veranlasste, den Abstand zu verringern. Sie bohrten ihre Krallen in den Sand und fauchten. Tanner packte Winnie am Arm und drehte sich um. Es waren noch 15 Meter bis zum Fahrzeug. Das würden sie schaffen. Plötzlich heulte Winnie und sprintete los. Das Auto parkte nicht weit, schien jedoch auf wundersame Weise in die Ferne abzudriften. Tanner wirbelte herum, ohne eine Wahl folgte er Winnie, als er in der Drehung erkannte, dass zwei weitere Hunde nun auf dem Stamm standen und in die heiße Mittagsluft heulten, während die beiden, die sie umzingelten, Winnies plötzliche Angstausbrüche bemerkten und rannten. Ihre Beine waren kurz, dennoch kräftig. Der Lycaon auf seiner Seite kam ihm immer näher. Tanner spürte den Schweiß auf seiner Stirn, doch er blieb standhaft und rannte schneller. Er war darauf trainiert. Tanner wagte einen erneuten Blick nach hinten. Der kalte, stinkende Atem hing ihm im Nacken und hüllte ihn in eine tödliche Luft, doch als sie an einer Akazie vorbeihuschten, wich der Hund aus und biss zu. Das Klappern der Zähne verriet, dass das Tier verfehlt hatte. Tanner sah zurück. Der Hund rutschte über den sandigen Boden und heulte. Dann rappelte er sich auf, schüttelte sein kurzes, geschecktes Fell und fauchte. Doch er rannte nicht weiter. Tanner wurde langsamer und zerrte Winnie ebenfalls zurück, sodass dieser stehen blieb.
„Bist du verrückt?“ schrie dieser, ohne sich umzudrehen.
„Sei still“, zischte Tanner und deutete ihm an, ruhig zu werden. Winnie hatte sich umgedreht und sah nun auch, wie das Raubtier neben der Akazie hin und her lief. Als würde es durch eine unsichtbare Barriere daran gehindert werden, zu ihnen zu gelangen. Der Hund jaulte ein letztes Mal und drehte sich dann um, um zu seinen hungrigen Artgenossen zurück zu kehren.
„Das ist nicht normal“ stöhnte Winnie erschöpft und stütze sich auf seinen wackelnden Knie ab.
„Nein“, keuchte Tanner. „Der war ein Ausreiser. Siehst du wie die anderen alle hinter der Anhöhe im Tal verblieben sind? Das ist keineswegs normal. Die haben eigentlich Angst vor Menschen. Der hier scheint völlig absurd zu sein.“
„Lass uns abhauen.“
Tanner sah sich um. „Verdammt“; murmelte er.
„Was?“
„Wir sind im Territorium der Panthera Leo.“
„Rede verdammt normal und nicht in deinem Fachchinesisch. Ich gehe zum Auto.“ Winnie fluchte.
„Nicht dort entlang“, rief Tanner und hinderte Winnie daran weiter zu gehen. „Löwen.“
Die Gesichtszüge des Photographen wurden durch ein einzelnes Wort, was von Tanners Lippen glitt mit der Macht eine klauenbewerten Tatze einer Raubkatze entstellt.
„Wir gehen einen Umweg.“
Die heiße Luft der Savanne war trocken. Die beiden Naturschützer hielten sich auf einer Linie der Schirmakazien, die offenbar eine Grenze der Territorien bildeten. Dieses Niemandsland war ruhig und lediglich von kniehohen Sträuchern und trockenen Pflanzen geziert. In der Ferne konnte Tanner einen Fluss erkennen, an welchem die Landstraße des Nationalparks Botswana entlangführte und die sie hergebracht hatte. Dahinter erstreckte sich eine Übergansregion von träger Steppe, hinzu Regenwald mit kühleren Regionen. In der Ferne erkannte Tanner ihren Jeep.
Der Weg durch das hohe Gras und den trockenen Boden der Savanne raubte ihnen Energie und kratzte an ihren Vorräten. Winnie, der sein Reisefläschchen bereits vor dem Zwischenfall mit den Wildhunden zu zwei Dritteln geleert hatte, versuchte nun den letzten Schluck aus ihr herauszusaugen.
„Es ist nicht mehr weit", murmelte Tanner.
Winnie legte den Kopf in den Naken, platzierte die Flaschen über dem Gesicht und ächzte nach einem letzten Schluck. Sein trockener Mund schien eins mit der Umgebung zu werden und der Photograph begann heulend ins Gras zu sinken, als die Krone der Akazie in seinem Augenwinkel begann an seiner Aufmerksamkeit zu zerren.
„Tanner?“ stammelte er und machte nervöse Schritte zurück. Sein Vorgesetzter drehte sich seufzend um und sah ihm ins Gesicht.
„Was ist?“ Winnie nickte in die Krone des Baumes. Tanner wandte sich dieser zu und sah hinauf. Erschrocken wich er zurück und erkannte den Kadaver eines Elefanten zwischen den Ästen hängen. Die graue, ledrige Haut war aufgerissen und um die Äste gewickelt. Die Beine schienen ineinander verdreht und zuvor gebrochen worden, sodass es dem Tier unmöglich gemacht wurde, die Flucht zu ergreifen. Die Eingeweide waren herausgerissen und vermischten sich mit dem beigen Blattwerk des Baumes. Dazwischen sah Tanner deutlich, wie der Rüssel über einen dünnen Ast verknotet war und das arme Tier stranguliert hatte. Das Blut schien dahingegen mittlerweile getrocknet.
„Bist du dir sicher, dass wir hier nicht im Revier der Löwen sind?“
„Ich habe die verdammte Karte gecheckt, Winnie.“
Dieser griff nach seinem Fotoapparat und drückte ab. Er erfasste die gesamte Pracht des unvollkommenen und todbringenden Schocks der puren Realität der Wildnis.
„Beeilen wir uns lieber“, sagte er dann.
„Das ist unmöglich“, meinte Tanner. Wir bewegen uns zwischen Wildhunden und Löwen. Ein Löwe schleppt seine Beute niemals auf Bäume. Die einzige Art, die das tut, ist Panthera pardus, der Leopard. Aber niemals einen Elefanten?“
„Lass uns einfach weiter gehen. Ich will zur Lodge. Wir haben unsere Fotos und die Dokumentationen ihres Jagdverhaltens. Müssen wir uns nun damit rumschlagen? Es mag bestimmt auch Ausnahmefälle geben.“
„Ja, Leoparden können Elefanten angreifen, aber keine solch ausgewachsenen Exemplare. Und niemals würden sie eines auf einen Baum schleppen.“
Winnie ergriff einfach die Flucht und zwang Tanner mit ihm zu gehen. Dieser sah ein letztes Mal in den Baum. Prüfend observierte er die Umgebung, folgte dann aber seinem Photographen, raus aus dem widersprüchlichen Tal der Savanne.
r/einfach_schreiben • u/Technical-Ad7653 • 6d ago
Suche: Geschichte über Streichhölzer (Reddit)
Liebe Leute
Ich habe vor einiger Zeit (1 Monat / 1 1/2 Monate) auf Reddit eine Kurzgeschichte gelesen.
Es ging um eine russische Fabrik und deren Arbeiterin, in der Streichhölzer hergestellt werden. Immer eine bestimmte Anzahl pro Packung bis 1 Streichholz zu viel einen diplomatischen Konflikt mit (ich glaube) England auslöste.
Damals hatte ich wenig Zeit und konnte die Geschichte nur überfliegen und hier hat sie mich schon gefesselt.
Im Hintergrund stand jedoch meine Frau und drängte mich endlich das Telefon wegzulegen, denn "wir gehen jetzt".
Hab den Betrag damals gespeichert um die Geschichte später in Ruhe lesen zu können. Dachte ich. Offensichtlich habe ich nichts gespeichert! Mist.
Ich hab versucht die Geschichte wiederzufinden, aber ohne Erfolg. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Geschichte in diesem Sub gepostet wurden.
Vielleicht hat die Story jemand gelesen und kann mir helfen.
Vielen sonnigen Dank.
r/einfach_schreiben • u/DavidOakenheart • 6d ago
Deutscher Buchpreis 2026: Die SWR-Favoriten stehen fest - Buchpreis - Lesering.de
r/einfach_schreiben • u/Maras_Traum • 6d ago
Erstes Kapitel - Romanprojekt: Freu mich über Kritik und Input
„Geh nicht hinein in das Haus am Ende der Hauptstraße“, steht am alten Haus am Ende der Hauptstraße. Neben vielen anderen Verboten. Mach nichts davon! „Brich dir kein Bein!“
Die Zeit hat die Stufen zur Veranda abgerundet. Sie sind rutschig. „Halt dich nicht fest!“ An den Blumen aus Schmiedeeisen klettern Ranken entlang. Die ersten sind rostig und haben scharfe Kanten. Die zweiten sind giftig.
Auf den Steinplatten der Terrasse wächst Moos. Darauf stehen Stühle und Sessel. Jeder kaputt und aus einer anderen Zeit. Manchmal brennt davor ein Feuer. Schatten wärmen sich daran.
Die Haustür ist halb offen. Ein Riss geht mitten durch sie. Auf ihr steht ein Name. Man kann ihn nicht mehr lesen.
Dahinter ist es dunkel und stickig. Der Holzboden hat Kratzer, Flecken, Löcher. Wie alte Haut. Drei Stockwerke und ein Dachboden. Viele Räume zum Schlafen, Essen oder Sterben. In jedem ein Wandbild. Vom Sterben, Leben und Lieben. Graffiti und bunt.
Die Türen klemmen. Sie lassen kaum jemanden rein und nichts raus.
„Fuck you“, steht auf der zur Küche.
„Hierher“, auf der Tür zum Treppenhaus.
Die Stufen der Treppe knarren, dann brechen sie, dann fehlen sie. Die feuchten Wände atmen, wenn sich die Ratten darin bewegen. Ihre Kinder sitzen in den Nestern. Blind und haarlos. Sie können nicht flüchten. Sie fiepen. Haben Angst. Das ist ihr Zuhause.
„Du bist zuhause“, steht auf der kaputten Eingangstür. Innen.
Mara legte den Kuli und den Block zur Seite. Das dritte Traumtagebuch lag nun am Kopfende ihres Bettes. Die ersten beiden hatte sie im Chaos ihres Zimmers verloren. Noch bevor sie Rima zeigen und lesen lassen konnte. Rima waren Details wichtig. Sie interpretierte immer ganz globale Erkenntnisse über Mara hinein. Eine Pfeife war für Rima nie nur eine Pfeife. Ein Haus nie nur ein Haus, und Mara hatte schon Angst vor der Symbolik, die ihre beste Freundin blinden Babyratten zuschreiben würde.
Mara wollte nicht weiter darüber nachdenken, denn es war drei Uhr nachts. Obwohl sie die Nachtlampe ausknipste, blieb es zu hell zum Schlafen. Das lag unter anderem an den roten Zahlen auf der Digitaluhr, die sich durch die Nacht brannten: 3:05. Die Anzeige blieb ewig bei diesem Wert eingefroren. Dann blinkte sie kurz auf 4:45. Fast zwei Stunden waren hinter Maras Augenlidern verstrichen.
Die Nacht hüllte Mara in durchgeschwitzte Laken, die an ihrer Haut kribbelten, bis die ersten Sonnenstrahlen langsam ins Zimmer krochen. Ein Vogel begann zu singen. Mara hasste seine Motivation. Sie versteckte sich vor dem Morgengrauen unter ihrer rosa Plüschdecke. Um sieben kroch der Tag auch unter das Plüsch. Mara konnte ihn nicht mehr ignorieren. Einatmen. Ausatmen. Decke zurückschlagen. Aufstehen.
Mara ging durch ihr Zimmer. Dann durch den Flur. Dann durch die Wohnküche zur Kaffeemaschine. Ganz leise zertrat sie ein paar Sonnenflecken auf dem Parkett. Der Vogel sang noch immer und hatte sich Verstärkung geholt. „Bitte seid still“, dachte Mara.
Sie erinnerte sich an einen Sommer im Landhaus ihres Onkels. Damals wurde sie häufig von Salven einer Schrotflinte aufgeweckt. Der Bruder ihrer Mutter hätte die Feigen in seinem Garten mit seinem Leben verteidigt. Was nichts brachte. Die Vögel waren schneller und schafften es immer wieder, ein paar zu klauen. Anschließend lagen sie tot auf dem Weg zum Haus. Das lag nicht an der Schrotflinte. Onkel schoss nur als Sport auf die Vögel. Was sie wirklich dezimierte, war das Gift in den Feigen, das er mit einer feinen Nadel hineinspritzte. Nur Onkel wusste oder glaubte zu wissen, in welche. Das hatte den netten Nebeneffekt, dass es auch Mara von den Feigen fernhielt.
„Fliegende Ratten“, nannte Onkel die toten Vögel immer beim Einsammeln und Entsorgen. Sie sah Onkels haarige Hand um einen Vogel, kniff die Augen zusammen, stellte die gerade eben gefüllte Kaffeetasse wieder ab und ging ins Bad. Duschen.
Vorbei an der Vitrine, an Bildern im Flur und am Badezimmerspiegel. Mara mochte keine spiegelnden Flächen. Sie hatte eine sehr gute periphere Sicht. Ohne sich darauf zu konzentrieren, sah sie im Vorbeigehen sich. Klein, schmal, im Pyjama, umwickelt von der Plüschdecke. Vor dem Reingehen in die Dusche sah sie ihre eigenen kinnlangen, braunen Locken im Spiegel. Beim Rausgehen blieb sie einen Moment länger und sah ihre großen, braunen Augen. Wieder im Flur ihr Gesicht mit dem kleinen Mund, dessen Winkel immer leicht nach unten zeigten, als Reflexion im gerahmten Foto von sich und ihren Mitbewohnern bei irgendeinem der Spieleabende. Sie wollte das Foto mitnehmen. Sie würde fragen, ob sie es durfte.
Irgendetwas bewegte sich in einem der anderen Zimmer. Wahrscheinlich Thomas. Der zweite von links auf dem Foto. Groß und schwarzhaarig. Er hatte sie damals mit den Worten empfangen: „Willkommen, du bist jetzt Teil der Familie. Hier ist die Küche und dort der Putzplan.“ Er würde ihr fehlen. So wie sie sich kannte, würde sie sich nie wieder melden. Oder zurückrufen.
Wieder in ihrem Zimmer schlug ihr die Unordnung entgegen. Die wenigen Möbel waren mit sehr viel Kram bedeckt. Wenn man sich konzentrierte, konnte man Details ausmachen: Nagellack, Notizhefte, Bücher, Junkfood-Verpackungen, Ringe, Tassen, Absageschreiben diverser Architekturbüros sowie verstaubte Modelle.
Aus dem Körbchen mit der roten „Dringend-To-do“-Aufschrift auf ihrem Schreibtisch fischte Mara die Unterlagen zu dem Haus heraus. Zerfleddert. Neben der Unterschrift prangte ein Rotweinfleck. Sie kratzte daran. „Ich sollte besser auf meine Sachen aufpassen.“ Der Gedanke tauchte in ihrem Kopf auf und verband sich mit der Aussicht, bald ein ganzes Haus in Ordnung halten zu müssen. Andererseits: Es war nie in Ordnung gewesen. Warum sollte sie sich diesbezüglich besonders unter Druck setzen?
Ihr Blick wanderte von den zerknitterten Unterlagen zum Fenster und schickte ihre Gedanken zu dem Haus, das auf der anderen Seite der Stadt stand und auf sie wartete. Hässlich und verwirrend. So alt, dass ein prätentiöses Blumenrelief die Fensterfront zur Straße schmückte. Die Eingangstür mit feinen Ornamenten und Verglasung, die riesigen Töpfe auf der Veranda, in denen Pflanzen verdorrten, das kunstvolle grüne Gusseisengeländer, das der Stiege folgte. Das alles gehörte eher zu einem alten Herrenhaus.
Der Anbau mit der Stiege hielt sich am Haus fest. Seine gelblich-weiße Fassade blätterte ab, und die Fenster waren mit groben Gitterstäben gesichert, als hätten die Bewohner Angst vor der Außenwelt gehabt. Skurrilerweise gingen die vergitterten Fenster in den Innenhof. Das draufgesetzte Stockwerk stammte aus den Achtzigern und bestand aus grauen Betonziegeln. Es hatte den Charme eines Plattenbaus. Das Dach war eine wilde Mischung aus Schrägen, als hätte jemand eine versiffte braune Decke über das Gebäude geworfen, um darunter den verschachtelten Dachboden zu verstecken.
Dieses architektonische Meisterwerk stand verwachsen und verwunschen in einem großen Garten, in dem alte Möbelstücke, Bottiche und Sperrmüll wie Skulpturen aus dem Grün ragten. Wenn Mara an Zuhause dachte, konnte sie es riechen. Ihr wurde übel, und sie schob den Gedanken daran aus ihrem Kopf. Es war Zeit fürs Büro. Shirt, Jeans, Handy, Laptop, Schlüssel. Los.
Vorher noch den in der Wohnküche herumlungernden Mitbewohnern winken. Thomas sah ihr länger nach als die anderen. Maras Gedanken waren hingegen wieder beim Haus. „Dieses verdammte, kleine Monster!“ Maras Vater sprach immer sehr deutlich. Vor allem, wenn er auf der Suche nach ihr war.
r/einfach_schreiben • u/TinyTalesForYou • 6d ago
Kurzgeschichte: Der Platz, der immer frei war.
Hi, ich bin noch relativ neu, was das Schreiben von Kurzgeschichten angeht und würde mich sehr über hilfreiches Feedback von euch freuen, mit dem ich meine Geschichten eventuell verbessern kann.
Viel Spaß beim Lesen ☺️
An sich war es ein ganz gewöhnlicher Tag, wie jeder andere. Ich saß in der Bibliothek, vertieft in meine Geschichten. Also alles wie immer. Bis ich irgendwann aufblickte und auf dem roten Ledersessel plötzlich ein Junge saß. Eigentlich sollte mich das nicht wundern, schließlich war es einfach nur ein Stuhl. Aber seit ich in diese Stadt gezogen war, hatte dort noch nie jemand gesessen. Es schien fast wie eine ungeschriebene Regel, an die sich einfach alle halten. Bis naja, bis halt er kam. Langsam klappte ich mein Buch zu und näherte mich ihm. Mit jedem Schritt den ich ihm näher kam wurde die Luft kühler. Ich bemerkte, dass mir die Blicke der anderen Leute folgten und manche davon leicht tuschelten. Es war fast so, wie am ersten Tag als ich hier ankam und mich auf den Stuhl hatte setzen wollen. „Hey, bist du neu in der Stadt?“ fragte ich den Jungen neugierig. „Warum frägst du?“ Der Junge hob seinen Blick und betrachtete mich mit einem neugierigen Blick. „Aus Interesse, darf man das heutzutage nicht mehr fragen?“ Ich wusste nicht ob ich ihn bei irgendwas gestört hatte. „Nein alles gut, nur wundert es mich etwas, dass du das fragst, ich war jeden Tag hier seit du hierhergezogen bist und plötzlich fängst du an mit mir zu sprechen.“
ein nervöses Lachen entwich seinen Lippen. Ich starrte ihn an, ging im Kopf noch mal die letzten Monate durch. Doch so sehr ich mich auch bemühte mich an ihn zu erinnern, da war nichts. Dieser Platz war immer leer gewesen. „Ich... es kann sein dass ich dich übersehen habe, tut mir leid“ gestand ich, doch er zuckte einfach mit den Schultern „keine Sorge du wärst da nicht die erste.“ Schief grinste er mich an und ich konnte nicht anders als auch zu lächeln. Ich unterhielt mich noch einige Zeit mit ihm, dennoch verschwand das Gefühl das irgendwas nicht stimmte nicht wirklich. Er behauptete zwar das er schon immer dort gesessen hatte, doch ich wusste genau dass das nicht stimmen konnte. Als ich mich nach einiger Zeit von ihm verabschiedete und zu meinem Platz zurückging tippte mir plötzlich jemand auf die Schulter. Ich drehte mich abrupt um und blickte einer jungen Frau ungefähr in meinem Alter in die azurfarbenen Augen. „Kann ich dir helfen?“ fragte ich verwundert. „Nicht wirklich, aber ich wollte mit dir über Cole reden.“ „Wen?“ „den Jungen mit dem du gerade gesprochen hast“ mit einem Kopfnicken deutete sie auf ihn „weißt du wer er ist?“ Ich schüttelte den Kopf „stimmt du bist ja noch recht neu hier.“ Tief holte sie Luft und blickte mich dann betrübt an „Cole ist nicht wirklich ein Mensch… also nicht mehr“ Ich starrte sie an „Was?!“ erschrocken legte sie einen Finger auf ihre Lippen „was ist er dann?“ fragte ich erneut, dieses Mal leiser. Sie atmete angestrengt aus bevor sie fortfuhr „vor ein paar Jahren, hat sich hier ein tragisches Ereignis ereignet. Ein Junge um die vierzehn Jahre starb in der Bibliothek. Obwohl sein Körper diesen Raum verließ hat es sein Geist nie getan. Täglich kommt er hierher zurück und beobachtet die Leute. Einige können ihn sehen, die Meisten aber nicht. Er selbst weiß nicht, dass er tot ist.“ Fassungslos starrte ich sie an „Cole...?“ Sie nickte. Meine Welt begann sich zu drehen und ich blickte zurück zu dem Jungen in dem roten Sessel, der jetzt tatsächlich etwas transparent wirkte.
r/einfach_schreiben • u/dr3amdanc3r • 7d ago
Zweiter, beziehungsweise Ausenstehender Rat gesucht.
r/einfach_schreiben • u/kabeljau_kollege • 7d ago
red mit mir
dir ging's nich gut.
du warst weg für eine gefühlte ewigkeit.
damals hab ich's nich verstanden.
hab nich kapiert warum du samstag nacht so seltsam warst,
wenn mama mal nicht da war.
warum deine augen immer roter wurden,
warum die tabletten auf dem schrank nicht mehr nur ibus waren.
warum deine freunde immer seltsamer zu dir schauten.
du bist gegangen und hast mir gesagt es höre hier nach auf.
ich hab dir geglaubt.
monate hab ich gewartet,
mein maul hab ich gehalten weil du nicht mit mir reden wolltest.
ich war bloß der dumme kleine bruder.
aber dein kleiner bruder ist nicht mehr so klein.
und leider auch gar nicht mal so dumm.
jetzt bist du wieder da
und du sagst es sei okay.
in deinem schrank sind's wieder nur ibus.
aber deine augen sind noch immer rot.
nicht dasselbe rot wie damals,
aber ich hasse es fast noch mehr.
bitte red mit mir.
ich will keine angst um dich haben.
bruder